Zerrüttetes Verhältnis zwischen Bürgermeister und Intendant

Stadtpolitiker sorgen sich um Festspiele

Bad Hersfeld. Mit großer Sorge und Betroffenheit reagierten die Mitglieder das Ausschusses für Kultur und Bildung der Bad Hersfelder Stadtverordnetenversammlung auf das offenbar völlig zerrüttete Verhältnis zwischen Festspielintendant Holk Freytag und Bürgermeister Thomas Fehling.

In der Sitzung am Mittwoch erneuerte Fehling seine bereits in einem Interview mit unserer Zeitung erhobenen Vorwürfe, der gerade erst mit einem Vertrag bis 2016 ausgestattete Intendant halte sich nicht an getroffene Vereinbarungen und verstoße gegen Gesetze. Gemeint waren damit unter anderem die Auftragsvergabe für das Marketing der Festspiele und arbeitsrechtliche Bestimmungen. Angesichts des in der gerade beendeten Spielzeit aufgetretenen Defizits von knapp 350 000 Euro im Festspieletat (unsere Zeitung berichtete) kündigte Fehling für das nächste Jahr an, die Einnahmen auf das 2013 tatsächlich erzielte Ergebnis herabzusetzen. Und im Bewusstsein, sich damit in die künstlerische Freiheit des Intendanten einzumischen, kritisierte Fehling ein weiteres Mal das seiner Ansicht nach zu breite Spielplan-Angebot.

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„Da muss man drüber nachdenken“, sagte der Bürgermeister, der zwar Gesprächsbereitschaft signalisierte, aber Verbindlichkeit forderte. „Wenn wir die Kuh nicht vom Eis kriegen, stehen wir vor großen Problemen“, meinte Stadtverordnetenvorsteher Lothar Seitz (SPD). Wenn sich der Intendant nicht an Verträge halte, hätte das Konsequenzen, sagte Hans-Jürgen Schülbe (Unabhängige). Ausschussvorsitzender Dr. Thomas Handke (SPD) forderte beide Seiten auf, „die Reset-Taste zu drücken und von vorne zu beginnen.“ Auch vom Einsatz eines Mediators war die Rede. Holk Freytag – von der HZ um eine Stellungnahme gebeten – erklärte, er habe die Angelegenheit jetzt seinem Anwalt übergeben. (ks)

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