Erneuerung der A 4: Bürgermeister Fehling schreibt an Verkehrsministerium

Stadt will besseren Lärmschutz

Tarek Al-Wazir

Bad Hersfeld. „Das Ergebnis ist so nicht akzeptabel“, erklärt Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling in einer Stellungnahme zum Planfeststellungverfahren für den bevorstehenden Ausbau der Autobahn 4 im Stadtgebiet zwischen Eichhofsiedlung und Überführung der Bahnlinie. Die Kritik des Bürgermeisters richtet sich gegen den geplanten Verzicht auf aktive Lärmschutzmaßnahmen in Richtung Kurviertel. In einem Schreiben an Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir fordert Fehling deshalb Verbesserungen.

Laut Angaben von Hessen Mobil als Träger der Maßnahme seien im Bad Hersfelder Kurpark lediglich elf Wohnhäuser sowie zwei Kliniken von einer möglichen Grenzwertüberschreitung betroffen. Der wirtschaftliche Vergleich zwischen aktivem Lärmschutz (800 Meter neue Lärmschutzwand für zirka 1,77 Millionen Euro) gegen passiven Lärmschutz (Schallschutzfenster für rund 150 000 Euro) sei darum bisher eindeutig zugunsten des passiven Lärmschutzes ausgefallen.

„Die Hersfelder Bürger leiden seit 25 Jahren unter der zunehmenden Verkehrsbelastung. Um es auf den Punkt zu bringen: Für jeden Molch wird ein Tunnel gebaut, aber die Menschen im Stadtgebiet sollen offenbar nicht schützenswert sein“, schreibt Fehling in einer Pressemitteilung.

Nach eigenen Angaben hat Hessen Mobil darum bei den derzeitigen gesetzlichen Rahmenbedingungen nur wenig Spielraum für einen verbesserten Lärmschutz bei der Erneuerung der A 4. Solange kein eindeutiger politischer Wille vorhanden ist, seien den Planern gemäß Gesetz die Hände gebunden.

Hier sieht Bürgermeister Fehling Nachholbedarf und hat sich nun in einem Brief an das Ministerium gewandt und um eine gemeinsame Lösung geworben, etwa in Form eines Pilotprojektes. Fehling greift dabei einen Vorschlag der Bürgerinitiative auf, ob man nicht genau diesen Bauabschnitt dazu nutzen könnte, um in einem Gemeinschaftsprojekt (etwa mit Begleitung durch eine Universität) eine Pilotaufgabe zu definieren und somit zu einem zeitgemäßen Verfahren zu kommen.

Denn bei den derzeitigen Berechnungen des Lärms fehlt eine Gesamtberechnung aller Lärmquellen von Autobahn, Bundesstraße und Bahn. Für die Gesundheit der Bürger sei es jedoch letztendlich egal, welcher Verkehrsträger auf welcher Achse ihnen „den Schlaf raubt“.

Außerdem verweist Fehling auf die Kurzone als „besonders schützenswerten Bereich“. (red/ks)

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