Eröffnungsbilanz für Bad Hersfeld erstellt

Die Stadt ist reich – auf dem Papier

Bad Hersfeld. Bad Hersfeld ist reich, jedenfalls auf dem Papier. 198 Millionen Euro aus rund 13 000 Einzelposten stehen unter dem Strich der Eröffnungsbilanz, die der Fachbereich Finanzen mit Stichtag 1. Januar 2009 erarbeitet und jetzt fertiggestellt hat.

Dass es mit dem vermeintlich üppigen Vermögen der Stadt bei genauerer Betrachtung jedoch nicht ganz so weit her ist, machte Fachbereichsleiter Wilfried Herzberg jetzt im Haupt- und Finanzausschuss deutlich: Städtische Straßen oder Immobilien wie Rathaus sind zwar nicht wertlos, lassen sich andererseits aber auch nicht verwerten.

Außerdem sind in der vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Bilanz Beteiligungen wie die an der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg aufgenommen. Diese 21 Millionen Euro beziehen sich jedoch alleine auf die Haftung der Stadt und stellen keinen Wert an sich dar.

„Wir waren gezwungen, uns auf diese Art reich zu rechnen,“ sagte Herzberg. Auf die möglichen politischen Konsequenzen wiesen andere wie Ausschussvorsitzender Bernd Wennemuth (SPD) hin: „Wenn das dann bloß nicht bedeutet, dass wir weniger Zuschüsse und Schlüsselzuweisungen erhalten, weil wir angeblich so vermögend sind...“

Dass die Bilanz nicht früher vorgelegt wurde, erklärte Wilfried Herzberg mit dem immensen Arbeitsaufwand, den ein Arbeitskreis seiner Mitarbeiter quasi nebenher leistete. Nach Kenntnisnahme durch die Stadtverordnetenversammlung am kommenden Donnerstag soll unverzüglich mit der Erstellung der Schlussbilanz 2009 begonnen werden.

Kein Defizit bis 2013

Dass die Stadt finanziell besser dasteht als befürchtet, ergibt sich aus der Steuerschätzung vom Mai: Zumindest bis 2013 werden aus heutiger Sicht die Haushalte ausgeglichen sein.

Das gilt allerdings nicht für den Wirtschaftsplan der Festspiele. Zwar wollte Dr. Rolf Göbel (SPD) erfahren haben, dass in dieser Spielzeit das befürchtete Defizit nun doch knapp unterhalb der Marke von einer Million Euro liegen wird, doch für das Thema an sich besteht unter den Stadtverordneten Gesprächsbedarf. Zu gegebener Zeit soll mit den Verantwortlichen über Konsequenzen und Strategien gesprochen werden.

Von Karl Schönholtz

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