Thomas Fehling: „Stadt war nicht unbeweglich“

Umzug von Sport & Show: Bürgermeister wehrt sich gegen Kritik

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Für Sport & Show darf man sich ruhig zur Decke strecken. Unser Bild zeigt Sportakrobatik Power aus der jüngsten Show.

Bad Hersfeld. Bürgermeister Thomas Fehling wehrt sich gegen Kritik an der Stadt wegen des Umzugs von Sport & Show nach Rotenburg. Zwar bedauere man den Ortswechsel, der Grund dafür sei aber keineswegs in einer angeblichen „Unbeweglichkeit“ der Stadt zu suchen.

„Der politische Wille war da und die Besprechung im Magistrat vorbereitet, aber die Stadt wurde letztlich vor vollendete Tatsachen gestellt“, erklärt der Bürgermeister. Er warnt zugleich davor, dieses Thema im Wahlkampf zu instrumentalisieren.

Fehling räumt ein, dass die Hersfelder Zeitung frühzeitig über die Überlegung der Veranstalter von Sport & Show berichtet hatte, nach Rotenburg auszuweichen, weil die finanziellen Unwägbarkeiten in Bad Hersfeld zu groß wären und Planungssicherheit für die Show benötigt werde.

Kein Hilfeersuchen

„Welche tatsächlichen Dimensionen dies haben könnte und welche konkrete sachliche und finanzielle Unterstützung denn von der Stadt erwartet wird, lag nicht vor, weder als schriftliches Hilfeersuchen, noch als konkreter Antrag des Vereins“, erklärt Fehling. Diese Grundlagen seien erst im Januar erarbeitet worden. Obwohl dann sehr zügig Zahlen und Fakten erbracht wurden, habe der Verein Sport & Show vor der entscheidenden Magistratssitzung mitgeteilt, dass die Verlegung 2017 nach Rotenburg beschlossen sei. Nun wolle man ohne Zeitdruck Verhandlungen geführt, um die Veranstaltung 2018 wieder in der Waldhessenhalle in Bad Hersfeld stattfinden zu lassen.

Hans Hantke, der Vorsitzende des Vereins Sport & Show, räumte gegenüber der HZ ein, dass man tatsächlich erst kurzfristig das Gespräch mit der Stadt gesucht habe. „Das war unser Versäumnis“, sagte er. Hantke betonte, dass man mit dem Umzug nicht etwa die „Tür für Bad Hersfeld zuschlagen“ will, sondern der Stadt die Zeit geben wolle, in Ruhe zu entscheiden.

Ärger über die SPD

Bürgermeister Fehling ärgert sich aber auch darüber, dass die SPD versuche, aus dem Umzug nach Rotenburg „politisch Honig zu saugen“. Die rhetorische Frage des SPD-Stadtverbandsvorsitzenden Karsten Vollmar, warum „kein Angebot seitens der Stadt an die Organisatoren erfolgen konnte“ sei „ein plumper Versuch in Wahlkampfzeiten, der Verwaltung beziehungsweise dem Bürgermeister zu unterstellen, dass man nicht ordentlich gearbeitet habe“.

Fehling verweist darauf, dass weder Bürgermeister noch Magistrat ohne Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung finanzielle Zusagen machen könnten, schon gar nicht in Zeiten von Haushaltssicherung und vorläufiger Haushaltsführung. Daran sei auch die SPD Schuld, weil sie dem Haushaltsentwurf im Dezember die Zustimmung verweigert hätte. (kai/red)

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