Arbeitslosenquote in Hersfeld-Rotenburg lag 2013 durchschnittlich bei 5,1 Prozent

Stabile Entwicklung

Legten gestern die Jahresbilanz 2013 der Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda vor: Gerhard Ruch (Geschäftsführer Operativ, links) und Waldemar Dombrowski (Leiter und Vorsitzender der Geschäftsführung, rechts). Gastgeber war Alexander Hohmann, Bürgermeister von Burghaun (Mitte). Foto: Maaz

Hersfeld-Rotenburg. Von einer „ganz erfreulichen“ Entwicklung des Arbeitsmarktes im Kreis Hersfeld-Rotenburg sprach Waldemar Dombrowski, Leiter der Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda, der gestern die Jahresbilanz 2013 vorstellte. „Seit dem letzten Krisenjahr 2009 ging es stetig aufwärts, beziehungsweise abwärts bei der Arbeitslosigkeit“, so Dombrowski.

Mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 5,1 Prozent stand der Kreis Hersfeld-Rotenburg zwar schlechter da als der Landkreis Fulda mit einem Spitzenwert von 3,6 Prozent, liege aber immer noch unter dem Hessenschnitt. 2009 hatte die Arbeitslosenquote 7,2 Prozent betragen, 2012 immerhin 5,2.

Mehr Junge ohne Arbeit

„Im vergangenen Jahr ist die Arbeitslosigkeit kaum angestiegen, während sich der Beschäftigungsaufbau weiter fortgesetzt hat“, kommentiert der Agentur-Leiter die Zahlen von 2013, ohne große Veränderungen nach oben oder unten.

3211 Menschen waren 2013 im Jahresdurchschnitt arbeitslos gemeldet. Während die Zahl der arbeitslosen Frauen (1482) und der älteren Arbeitslosen über 50 Jahren (1080) im Vergleich zu 2009 und zum Vorjahr gesunken ist, ist die Zahl der jungen Arbeitslosen unter 25 Jahren (380) und die der Männer (1729) leicht gestiegen. Bei den Unter-25-Jährigen gebe es verschiedene Gründe für die Arbeitslosigkeit, erklärte Dombrowski. Während einige nach einer Ausbildung nicht gleich übernommen wurden, seien darunter auch gänzlich Ungelernte. Eine Branche, in der die Auszubildenden selten übernommen werden, sei der Bereich Hotel und Gaststätten. In technischen Berufen würden neue Fachkräfte hingegen händeringend gesucht.

Ein wichtiger Aspekt bei der Betrachtung der Jahresbilanz seien darüber hinaus die „Zu- und Abgänge“ in und aus Arbeitslosigkeit. Während die Zugänge 2012 noch um etwa 300 höher waren als die Abgänge, gab es im vergangenen Jahr nicht nur etwa 500 Zugänge weniger, sondern auch ähnlich viele Abgänge.

275 Menschen befanden sich 2013 in Umschulungen sowie in Weiter- und Fortbildungen, und zwar schwerpunktmäßig im Bereich Altenpflege. Gerhard Ruch, Geschäftsführer Operativ bei der Arbeitsagentur, war es in dieser Hinsicht wichtig zu betonen, dass niemand „in Maßnahmen geparkt wurde“. Gestiegen ist von 2012 auf 2013 die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit bei Arbeitslosengeld I-Beziehern. Sie betrug 2013 135,5 Tage, im Jahr zuvor waren es nur 124,2 Tage gewesen.

Den stark zurückgegangenen Stellenzuwachs von 6464 in 2012 auf 3954 im Jahr 2013 erklärte Dombrowski mit der bundesweiten Entwicklung. In Hersfeld-Rotenburg seien zudem starke Rückgänge in den Bereichen Versandhandel, Logistik und Zeitarbeit festzustellen – Branchen, von denen die Region in den Jahren zuvor stark profitiert habe.

Fachkräfte gesucht

Weiter zunehmen werde in den kommenden Jahren die Nachfrage nach Fachkräften und die Konkurrenz um junge Leute. „Da müssen die Betriebe ihre Aktivitäten ausweiten“, warnt der Agentur-Leiter, schon jetzt gebe es weniger Schulabgänger.

Von Nadine Maaz

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