Chorverein präsentiert eine berührende Komposition des Engländers Karl Jenkins

Stabat Mater zum Stadtjubiläum

Er gibt den Ton an und den Takt vor: Helgo Hahn dirigiert das Frankfurter Sinfonieorchester beim Geburtstagskonzert für Bad Hersfeld.

Bad Hersfeld. Der Chorverein macht der Stadt ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk zum 1275-jährigen Jubiläum. Am 13. November wird ab 17 Uhr in der Stadtkirche das „Stabat Mater“ des englischen Komponisten Karl Jenkins als nordhessische Erstaufführung erklingen.

Das Werk von Karl Jenkins wurde 2008 uraufgeführt. Es beruht auf einem Gebet aus dem 13. Jahrhundert, das das Leid der Gottesmutter beschreibt, die unter dem Kreuz ihres Sohnes weint. Das Konzert findet deshalb auch aus Anlass des Volkstrauertages statt.

Wie in allen seinen Werken vereint Jenkins Musikstile der ganzen Welt, verbindet so über Konfessionen und Religionen hinweg und spricht mit seiner Arbeit jung und alt an. Die berührende Komposition enthält neben dem klassischen Text in seinen zwölf Sätzen auch Choralsätze des „Ave verum“ und weitere Elemente wie das Stück „And the Mother did Weep“ (Und die Mutter weinte), gleichzeitig gesungen in vier Sprachen: Englisch, Lateinisch, Griechisch und Aramäisch (der Sprache Jesu).

Zuvor erklingt quasi als Abschluss des „Festivals der Reformation“ die Sinfonie Nr. 5 d-Moll von Felix Mendelssohn Bartholdy, die so genannte „Reformationssinfonie“, die 1832 in Berlin uraufgeführt wurde. Die Bezeichnung Reformationssinfonie entstand durch das verwendete „Dresdener Amen“, eine musikalische Formel, die durch den lutherischen Gottesdienst bekannt geworden war.

Deutlicher ist jedoch die Verwendung des Chorals „Eine feste Burg ist unser Gott“, auf dem der letzte Satz aufbaut. Obgleich die Sinfonie sehr reizvoll ist, konnte sie sich zunächst nicht durchsetzen. Das Urteil der oft überforderten Musiker des 19. Jahrhunderts: „Zu viel Kontrapunkt und zu wenig Melodie“. Inzwischen hat sich Mendelssohns 5. Sinfonie in den Konzertsälen der Welt etabliert, auch wenn sie nicht häufig zu hören ist. Sie legt Zeugnis ab für den tief im Christentum wurzelnden Geist und seine Anhänglichkeit an den evangelischen Glauben, in dem er aufgewachsen war.

Der Chorverein hat die bewährten Frankfurter Sinfonikern als Begleitorchester und die international geschätzte Mezzosopranistin Susanne Schimmack engagiert. Die Gesamtleitung hat Helgo Hahn.

†  Karten zu 14 Euro im Vorverkauf (Abendkasse 16 Euro) gibt es in der Kartenzentrale Am Markt 1 und im Modehaus P. K. Wolff.

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