Prozess nach Messer-Attacke auf Ehefrau in Bad Hersfeld

Staatsanwalt will zehn Jahre

Fulda. Im Prozess gegen einen 53-Jährigen aus Bad Hersfeld, der seine Ehefrau mit 15 Messerstichen schwer verletzt hat (wir berichteten), fordert die Staatsanwaltschaft wegen versuchten Mordes zehn Jahre und drei Monate Haft. Die Verteidigung sieht hingegen nur gefährliche Körperverletzung.

Der Angeklagte und das Opfer, seine 46 Jahre alte Ehefrau, leben seit neun Jahren voneinander getrennt, sind aber nicht geschieden. Am Abend der Tat suchte der Frührentner seine bei einem Versandhändler arbeitende Ehefrau in deren Wohnung auf, um sich darüber zu beklagen, dass sie mit den gemeinsamen drei Kinder in die Türkei fliegen wollte, ohne ihn zu fragen.

Staatsanwalt Andreas Hellmich zeigte sich in seinem Plädoyer vor der Ersten Strafkammer des Landgerichts Fulda überzeugt, dass sich der Angeklagte nach Minuten des Wartens im Wohnzimmer, in denen die Ehefrau ihn völlig ignoriert habe, ohne Vorwarnung auf seine in der Küche arbeitende Frau gestürzt und mit zwei Messern auf sie eingestochen habe. „Wenn seine Kinder nicht hinzugekommen wären, hätte der Angeklagte seinen Tötungsvorsatz in die Realität umgesetzt“, zeigte sich der Staatsanwalt überzeugt.

„Mein Mandant ist kein Mörder“, betonte Verteidiger Jochen Kreissl. Der Angeklagte habe seine Frau verletzen, aber nicht töten wollen. Kreissl sprach von einer Tat im Affekt. (vn)

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