Jubiläum: 25 Jahre Verein Historische Eisenbahn Hersfeld in der DGEG

Spurensuche auf Gleisen

Kurz vor dem Aus der Hersfelder Eisenbahn: Mit einer Sonderfahrt im Gliederzug ab Heimboldshausen nahm der Verein Historische Eisenbahn Hersfeld im September 1993 Abschied. Foto: Limmeroth/nh

bad Hersfeld. Der Verein Historische Eisenbahn Hersfeld in der DGEG (Deutsche Gesellschaft für Eisenbahngeschichte) begeht in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Es waren neun Gleichgesinnte, die am 19. Mai 1987 im Gasthof Jäger in Kalkobes den Verein gründeten, der relativ schnell neue Mitglieder gewann und zeitweilig über 50 Eisenbahnfreunde zählte.

Dem Verein kam von Anfang an zugute, dass fast die Hälfte seiner Mitglieder gestandene Berufseisenbahner im Verkehrs- und Betriebsdienst waren und bei den Veranstaltungen und Fahrten auf der Hersfelder Eisenbahn und auf DB-Strecken ihre Kompetenz einbringen konnten.

Solange es den Schienenverkehr auf der Hersfelder Eisenbahn gab, veranstaltete der Verein jährlich eine Sonderfahrt mit dem Gliederzug der HEG, einem Unikat auf deutschen Schienen, und hatte stets volle Züge zu verzeichnen.

Nach der Stilllegung der Hersfelder Eisenbahn zum 31. Dezember 1993 wagte sich der Verein 1995 mit einer Sonderfahrt nach Grebenau/Oberhessen auf DB-Gleise und hatte erneut einen ausverkauften Zug zu vermelden. Es war übrigens der nachweislich letzte Personenzug, der Grebenau erreichte, denn bald danach wurde der Abschnitt von Breitenbach/Herzberg nach Grebenau für den Gesamtverkehr stillgelegt.

Der Verein war nun gezwungen, sein Jahresprogramm umzustellen. Er veranstaltet seitdem Gruppenreisen im Rahmen einer Tagesfahrt und hat mittlerweile das seit 1995 noch bestehende Nebenbahnnetz, das teilweise auch nicht mehr befahren wird, komplett bereist und tut dies auch heute noch.

Landschaftlich schöne Strecken einschließlich der Hauptbahnen finden sich im Jahresprogramm des Vereins, der erst kürzlich die Lahntalbahn bis Koblenz in voller Länge und anschließend die rechte Rheinstrecke von Koblenz bis Wiesbaden abgefahren ist. Auch Streckenwanderungen entlang stillgelegter Bahnlinien gehören zum Vereinsprogramm. Experten bezeichnen diese Art von Exkursion als Spurensuche.

Heute knapp 40 Mitglieder

Die Freizeiteisenbahner, heute knapp 40 Mitglieder stark, haben ihr Domizil im Bahnhof Heimboldshausen. Das Verhältnis mit den „Kollegen“ der DB AG könnte besser nicht sein.

Der Vorstand setzt sich im Jubiläumsjahr aus vielfach bewährten Vereinsmitgliedern zusammen. Hans Joachim Schmidt ist seit der Gründung des Vereins 1. Vorsitzender. Wolfgang Kober fungiert als 2. Vorsitzender, Sascha Kober als Schriftführer.

Beide sind hauptberufliche Eisenbahner und gewährleisten mit anderen Mitgliedern die allseits anerkannte Kompetenz des Vereins mit Eisenbahnverkehr und Betrieb. Wolfgang Limmeroth ist als ausgebildeter Buchhalter ein hervorragender Schatzmeister und sehr belesener Eisenbahnfreund.

Für das, was der Verein in den vergangenen 25 Jahren geleistet hat, möge eine Zahl sprechen: Mit Sonderfahrten und Gruppenreisen kommen die Eisenbahnfreunde auf ca. 35 000 Schienenkilometer. Übrigens: Eigene Fahrzeuge hat der Verein nie erworben und war damit finanziell gut beraten.

Kontakt: Hans-Joachim Schmidt, Telefon 06621/7606

Kommentare