Amerikanische Familie besichtigt Stationen ihrer Familiengeschichte in Bad Hersfeld

Auf Spurensuche

Die amerikanische Familie Oppenheim-Handwerk besuchte Bad Hersfeld und war der Familientradition auf der Spur. Foto: nh

Bad Hersfeld. Die amerikanische Familie Oppenheim-Handwerk hat in der vergangenen Woche Bad Hersfeld besucht, um mehr über ihre Ahnen zu erfahren. Auf Einladung von Dr. Heinrich Nuhn von der Hassia Judaica und den Initiatoren der Stolpersteine, erlebten die Gäste einen abwechslungsreichen Aufenthalt auf den Spuren ihrer Familiengeschichte in der Kur- und Festspielstadt.

Die Großeltern richteten 1904 eine Metzgerei und Darmhandlung ein. Großvater Julius Oppenheim stammte aus Erdmannrode, er starb im Juli 1917 als Gefreiter im 1. Weltkrieg. Großmutter Rosa war eine geborene Nordhäuser aus Wüstensachsen, sie wurde im November 1941 von Frankfurt aus ins Ghetto Minsk in Weißrussland deportiert und verstarb dort. Heute erinnert ein Stolperstein in der Klausstraße 9 an ihr Schicksal.

Erste Station KDS

Erste Station der Oppenheims war die Konrad-Duden-Schule. Von Kurdirektor Christian Mayer und Schulleiterin Susanne Hofmann in Empfang genommen, ging es auf Spurensuche. Angefangen in der Gedenkhalle, in der den im Ersten Weltkrieg gefallenen und im Holocaust ermordeten jüdischen Schülern gedacht wird, führte man die Familie durch das Schulgebäude von 1909 am Neumarkt. Hier drückten Fredi und Max Oppenheim, die Söhne von Rosa und Julius, in den 1920er-Jahren die Schulbank, bevor sie ein Jahrzehnt später in die USA emigrierten und in Philadelphia eine neue Heimat fanden. Im Anschluss besichtigten die Gäste mit Dr. Nuhn weitere Stationen ihrer Familiengeschichte in Bad Hersfeld. Am Nachmittag begrüßte Bürgermeister Thomas Fehling die aus Philadelphia angereiste Familie Oppenheim-Handwerk im Rathaus. Abgerundet wurde der Besuch der Kur- und Festspielstadt durch eine englischsprachige Stadtführung.

Auch Niederaula, Erdmannrode und Abterode, weitere Stätten ihrer Ahnen, standen auf dem Besuchsprogramm. „Wir werden gerne wiederkommen“, verabschiedete sich die Familie nach dem dreitägigen Aufenthalt in der Region zurück in die Staaten. (red/kml)

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