Christel Ziegler stellt in der Galerie im Stift aus – Betrachter soll frei interpretieren

Spuren werden zur Kunst

Viele von Christel Zieglers (links) späteren Werken entstehen aus Skizzen, die die Künstlerin ganz spontan oder aus Erinnerungen anfertigt. Stadträtin Birgit zum Winkel hat sich die Ausstellung vorab schon einmal angeschaut. Foto: Maaz

Bad Hersfeld. Auf Spurensuche können die Besucher der Ausstellung von Christel Ziegler gehen, die am Sonntag in der Galerie im Stift eröffnet wird. Gut 50 Werke – darunter Collagen, Drucke, Holzschnitte, Radierungen, aber auch Zeichnungen – präsentiert die Bad Hersfelder Künstlerin dort unter dem Titel „Spuren und Schichten“.

„Der Titel steht für meine Arbeitsweise“, erklärt Ziegler. „Ich nehme überall Spuren auf, zum Beispiel in der Natur, und diese Spuren bringe ich dann Schicht für Schicht auf die Leinwand.“ Viele von Zieglers Werken entstehen aus Skizzen, die sie entweder direkt vor Ort oder aus der Erinnerung anfertigt – häufig auch mitten in der Nacht, um den Tag Revue passieren zu lassen.

Die Werke, die Ziegler nun zeigt, sind überwiegend titellos. „So kann der Betrachter sie frei interpretieren und auf sich wirken lassen“, erklärt die 62-Jährige, die aus Oberaula kommt und seit etwa vier Jahren in Bad Hersfeld lebt, wo sie sich dem Kunstverein angeschlossen hat, in dessen Vorstand sie auch aktiv ist. Die Kunst ist für Ziegler mehr als ein Hobby. „Ich mache das nebenbei, aber nicht halbherzig“, stellt sie klar.

In der Galerie im Stift stellt sie zum ersten Mal aus. „Das sind wirklich tolle Räumlichkeiten“, freut sich Ziegler über diese Möglichkeit.

Gezeichnet habe sie schon immer gerne, sagt Ziegler über die Anfänge ihres künstlerischen Schaffens. Angefangen habe schließlich alles mit einem Aquarellkurs, über Acryl- und Ölmalerei habe sie sich dann stetig weiter entwickelt. Während sie anfangs vor allem Gegenständliches gezeichnet oder gemalt habe, fasziniere sie heute besonders das Abstrakte. Landschaften, Blumen, Stillleben, aber auch Aktzeichnungen finden sich in Zieglers Repertoire, sowie abstrakte Werke, deren Sinn sich dem Betrachter nicht gleich auf den ersten Blick erschließt. „Ich möchte Dinge ausdrücken und mag es einfach, mit Farben umzugehen“, so Ziegler, die als Vorbilder den deutschen Maler Emil Schumacher und den dänischen Künstler Per Kirkeby nennt.

Die Vernissage zu „Spuren und Schichten“ findet am Sonntag, 13. Oktober, ab 11.30 Uhr statt. Die Begrüßung übernimmt Stadträtin Birgit zum Winkel, eine Einführung in die Ausstellung wird die Künstlerin selbst geben. Zu sehen sind Zieglers Werke dann noch bis zum 1. Dezember.

Von Nadine Maaz

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