Studienfahrt der Konrad-Duden-Schule nach Berlin – „Gegen das Vergessen“

Auf den Spuren der Geschichte

Zeitgeschichte vor Ort erlebt: Die Schülergruppe der Konrad-Duden-Schule am ehemaligen Checkpoint Charlie in Berlin. Foto: Dorit Schönholtz

Berlin. „Gegen das Vergessen“ – so heißt das Projekt, in dessen Rahmen sich Schüler der Konrad-Duden-Schule aus Bad Hersfeld immer wieder mit wichtigen Punkten der deutschen Geschichte befassen.

Lehrerin Angela Kessler, die das Projekt betreut, lädt dafür Zeitzeugen in die Schule ein, die den Schülern erzählen, was sie erlebt haben, oder sie unternimmt Studienfahrten, wie zum Beispiel nach Auschwitz oder in das ehemalige Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen in Berlin.

Zur Erinnerung an den Aufstand des 17. Juni 1953 stand am Jahrestag wieder eine solche Fahrt an. Die Schüler trafen am Checkpoint Charlie auf Jutta Fleck, die aufgrund ihrer Erlebnisse als „Die Frau vom Checkpoint Charlie“ bekannt ist und bereits mehrere Male an der Konrad-Duden-Schule zu Gast war.

Nach einem gescheiterten Fluchtversuch in die BRD wurde Jutta Fleck, die damals noch Jutta Gallus hieß, mit ihren beiden Töchtern Beate und Claudia zurück in die DDR gebracht und dort sofort von ihnen getrennt. Nachdem sie aus dem Gefängnis freigekauft wurde, protestierte sie, um ihre Töchter zurückzubekommen, die nun beim Vater lebten. Sie machte einen Hungerstreik, sprach mit dem Papst und demonstrierte am Checkpoint Charlie mit der Forderung, ihr die Kinder wieder zurückzugeben, bis sie ihre Töchter endlich wieder in die Arme schließen konnte.

Die Schüler trafen auch auf Beate Gallus, die ihrer Mutter damals eine Zeichnung ins Gefängnis schickte, auf dem ein Herz mit einem Gesicht zu sehen war, das der Mutter Mut machen sollte. Diese Zeichnung war die Inspiration für das Projekt „Herzface“, dessen Symbol inzwischen sehr bekannt ist, da die beiden in vielen Schulen Vorträge über ihre Vergangenheit halten. Zum Mittagessen waren die Schüler in die Hessische Landesvertretung nahe des Brandenburger Tors eingeladen, wo ihnen in Form einer Präsentation noch einmal die Geschichte der Mauer dargelegt wurde.

In der frei zur Verfügung stehenden Zeit sahen sich viele das nahegelegene Holocaust-Denkmal an.

Von Dorit Schönholtz

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