29-Jähriger wegen Verbreitung von Kinderpornografie zu sieben Monaten Haft verurteilt

Die Spur führte nach Hersfeld

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Bad Hersfeld. Ermittlungen des Landeskriminalamtes (LKA) Baden-Württemberg hatten einem 29 Jahre alten Hersfelder eine Anklage wegen der Verbreitung und des Besitzes von kinderpornografischen Schriften eingebracht.

Die IP-Adresse des Computers aus der Lullusstadt war den Stuttgarter Polizisten über eine Plattform aufgefallen, die dem Ausstausch von Porno-Dateien diente. 36 Bereitstellungen eines 29 Minuten langen Filmes mit verbotenen Inhalten registrierte das LKA.

Jetzt musste sich der berufslose Hersfelder vor Strafrichter Elmar Schnelle verantworten – und bestritt alle Vorwürfe. Der Computer und anderes Equipment – darunter eine externe Festplatte mit verbotenen Dateien – seien gebraucht gekauft, sagte der Angeklagte. Die bei einer Wohnungsdurchsuchung sichergestellten fünf DVDs mit kinderpornografischen Inhalten stammten auch nicht von ihm, erklärte der Hersfelder, vermutlich hätten sie Teilnehmer gelegentlicher W-LAN-Partys bei ihm vergessen. „Ich hatte keine Ahnung, was da drauf ist“, sagte der 29-Jährige.

Diese Aussage sah sein Verteidiger, Rechtsanwalt Jochen Kreissl, nicht als widerlegt an und plädierte folgerichtig für einen Freispruch.

Oberamtsanwältin Kerstin Diegelmann hatte zuvor keinerlei Zweifel an der Schuld des Hersfelders gehabt und neun Monate Freiheitsstrafe plus 1000 Euro Buße gefordert. Gestützt wurde ihre Einschätzung durch den Umstand, dass das File-Sharing-Programm auch in Abwesenheit des Angeklagten funktionierte und dass seine Freundin nie etwas von „vergessenen“ DVDs bemerkt hatte. Diegelmann sah in der Tat eine „mittelbare Förderung des Missbrauchs von Kindern“.

Das Urteil von Richter Schnelle lautete dann auch sieben Monate Haft, die jedoch zur Bewährung ausgesetzt werden. Hinzu kommt eine Geldauflage von 1200 Euro. Schnelle sah im Angeklagten eine unsichere, instabile Persönlichkeit. Er verbringe sein Leben am Computer, wodurch auch die Beziehung zur Freundin gescheitert sei.

Von Karl Schönholtz

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