Dirk Herrmann ist neuer Sprecher des Kreises und staunt, was Verwaltung kann

Die Sprachwaschmaschine

Vor seinem neuem Arbeitsplatz: Dirk Herrmann ist der neue Pressesprecher des Kreises und muss jetzt erst einmal Verwaltung lernen. Zuletzt war er Pressesprecher der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag. Foto: Schäfer-Marg

Hersfeld-Rotenburg. Dirk Herrmann muss jetzt „Verwaltung lernen“. So fasst er seine Anfangsphase als neuer Sprecher des Kreises zusammen. Der erfahrene Bild-Zeitung-Journalist hat allerdings schon vor einigen Jahren die beruflichen Seiten gewechselt, war zuletzt Sprecher der CDU-Landtagsfraktion in Erfurt – dort wo er auch Landrat Dr. Michael Koch kennen- und schätzen gelernt hat.

Verfahren eingestellt

In Frieden hat der Niedersachse Thüringen Ende vergangenen Jahres allerdings nicht verlassen: Er musste sich eine Wohnungsdurchsuchung und die Beschlagnahmung seines Laptops durch das Landeskriminalamt gefallen lassen, weil die CDU-Fraktion eine Anzeige gegen Unbekannt gestellt hatte. Der Vorstand um Fraktionschef Mike Mohring glaubte, abgehört worden zu sein. Das LKA Thüringen erhob Verdacht gegen Herrmann. Der weist die Anschuldigungen als üble Verdächtigungen zurück. Inzwischen ist das Verfahren eingestellt worden, teilt Hermann mit.

Jetzt also Koch und der Kreis Hersfeld-Rotenburg: „Das funktioniert auf der menschlichen und der sachlichen Ebene“, sagt Herrmann. Koch lasse ihm sehr freie Hand, Absprachen funktionierten schnell und ohne offizielle Termine.

„Bis jetzt habe ich Spaß“, sagt der Pressesprecher, der viele Baustellen und Projekte vor sich sieht, auf der anderen Seite aber über den Dienstleistungscharakter der Kreisverwaltung staunt. „Damit können wir werben.“

Arbeit transparent machen

Was die Behörde für Bürger leistet, soll transparenter gemacht werden. Und: „Wir müssen auch die Köpfe zeigen, die hinter dieser Arbeit stecken“, erklärt er und ist damit wieder Journalist, der genau weiß, dass Themen in der Presse vor allem über Personen funktionieren. Dass er damit nicht unbedingt Euphorie in Amtsstuben auslösen wird, ist ihm klar, aber der Pressesprecher will trotzdem bei den Mitarbeitern den Blick für Themen schärfen, die in der Öffentlichkeit bekannt werden sollten.

Seinen Job sieht er ohnehin darin, versteckte Geschichten herauszuholen. Darüber, dass der Kreis 100 Mitarbeiter mit Behinderungen beschäftigt, sollte die Öffentlichkeit unbedingt informiert werden, findet Herrmann.

Kampf gegen Wortungetüme

Jetzt, da er sich praktisch täglich die Abteilungen ansieht, staunt er auch über die große Bandbreite der Arbeitsmethoden. Es gebe viele, die „sehr 2015“ seien („Im EDV-Bereich ist der Kreis supermodern“), aber eben auch noch herkömmliche Verwaltung mit vielen Zetteln. Und woran er sich so gar nicht gewöhnen mag, sind die vielen Abkürzungen und Wortungetüme, die Verwaltung oft mit sich bringt. „Mein Job ist es da, Sprachwaschmaschine zu sein“, sagt er. Also Informationen so zu formulieren, dass sie auch vom Adressaten verstanden und möglichst auch gern gelesen wird.

Das erste große handfeste Projekt unter Herrmanns Federführung wird die Neugestaltung der Homepage des Kreises sein. Dass digitale Aushängeschild von Waldhessen ist seiner Ansicht nach unmodern und somit dringend überholungsbedürftig.

Und im Übrigen wird ihn die Arbeit in Osthessen nicht langweilen. Da ist sich Dirk Herrmann sicher.

Von Silke Schäfer-Marg

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