Horst Seidenfaden und Reinhard Berger präsentierten ihre Schlaubergerschau

Sprachliche Querschläger

„Kennen Sie sich hier aus?“ – „Nein, ich arbeite hier.“: Horst Seidenfaden (links) und Reinhard Berger in einem Sketch als Baumarkt-Mitarbeiter und -Kunde. Foto: Maaz

Bad Hersfeld. Von hinten ist alles schöner und der größte deutsche Philosoph ist Fußballer Lukas Podolski. Das wahre Leben erklären und die täglichen Terrorangriffe auf die deutsche Sprache abwehren wollten die Journalisten Horst Seidenfaden und Reinhard Berger, die am Freitagabend mit ihrer Schlaubergerschau in der Aula der Konrad-Duden-Schule auftraten.

Schon die Wartezeit bis zum Beginn der Schau wurde dem Publikum mit sprachlichen Kuriositäten auf der Leinwand und vom Band verkürzt. Und dann ging es auch gleich recht schlüpfrig los.

Zweideutig und komisch

Zweideutige Schlagzeilen aus der Zeitung, merkwürdige Annoncen, altbekannte Fußballerweisheiten, komische Plakate und Bilder sowie irre Radiopannen machen die Schlaubergerschau aus. Den rund 80 Gästen schien es zu gefallen, die sprachlichen Querschläger trieben einigen gar Lachtränen in die Augen. Der „Hinkackerweg“, die günstige „Morgen-Latte“ im Café oder willkürlich gesetzte Apostrophe – kein Bereich des alltäglichen Lebens scheint von origineller Rechtschreibung und Grammatik ausgenommen.

Während HNA-Kolumnist Berger („Der Schlauberger“) sich vor allem auf die launige Präsentation der zahlreichen sprachlichen Verfehlungen verstand, trat HNA-Chefredakteur Seidenfaden als Spezialist für die nordhessische Mundart an, mit ihrer ganz eigenen Artikulationsweise und Grammatik. Die langatmige Begrüßung der „sehr geehrten Damen und Herren, der Zuhörer und Zuhörerinnen...“ ersetzte Seidenfaden in Nordhessen-Art mit größtmöglicher Verknappung schlicht und einfach mit „Na, au da“. Außerdem gab er – nicht ganz reale – Anekdoten seiner Kindheitserlebnisse auf einem Bauernhof in der Nähe von Kassel zum Besten.

Ähnlichkeiten der Schlaubergerschau mit der Show von Deutschlands wohl bekanntestem „Deutschlehrer“, Bastian Sick, sind für den HNA-Kolumnisten Reinhard Berger kein Beinbruch: „Herr Sick war im Spiegel, aber ich war zuerst da.“

Am Freitagmorgen war der Kolumnist übrigens schon vor Schülern der achten und zehnten Klasse der Konrad-Duden-Schule „aufgetreten“, belehren möchte er sein Publikum aber nicht.

Material für weitere Kolumnen, Bücher und Veranstaltungen dürfte den Schlaubergern jedenfalls gewiss sein, gleich nach der Schau überreichte ein Ehepaar aus Bad Hersfeld Reinhard Berger das ausgedruckte Foto eines unbeabsichtigt lustigen Hinweis-Schildes zum Thema Müll.

Von Nadine Maaz

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