Arbeitsagentur finanziert Kurse zusätzlich

Sprache als Schlüssel für die Integration

Waldemar

Bad Hersfeld. Die aktuelle Situation mit einer historischen Zahl von Flüchtlingen erfordert schnelles und entschlossenes Handeln. Um die Integration der Schutz suchenden Menschen mit guter Bleibeperspektive, die noch nicht an einem Integrationskurs oder Sprachkurs des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) teilgenommen haben, zu erleichtern, wird die Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda erstmals bis zum Jahresende Maßnahmen zur Vermittlung von Basiskenntnissen der deutschen Sprache finanzieren.

„Die Förderung allgemeiner Sprachkurse gehört an sich nicht in das Portfolio der Arbeitslosenversicherung, aber die außergewöhnliche Situation erfordert besondere Maßnahmen. Dabei werden wir Mittel unserer Interventionsreserve nutzen. Folglich wird es aber keine Kürzung bei geplanten arbeitsmarktpolitischen Förderinstrumenten für Arbeitslose geben“, erklärt Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda.

In Kooperation mit den vor Ort befindlichen Sprachschulen und Bildungsträgern wird im Landkreis Hersfeld-Rotenburg in die Vermittlung von Sprachkompetenz investiert werden, zunächst an drei Standorten in Bad Hersfeld, Rotenburg und Nentershausen. Hierbei erweist sich die Zusammenarbeit mit dem Migrationsdienst des Landkreises als sehr wichtig. Die Arbeitsagentur rechnet mit bis zu 130 Menschen, die im November und Dezember starten werden. Innerhalb von acht Wochen werden Grundkenntnisse der deutschen Sprache vermittelt. „Wir haben aber kein finanzielles Problem, wenn es deutlich mehr Teilnehmer werden. Im Gegenteil, der Erwerb von Deutschkenntnissen sowie unserer Normen und Werte sind ganz wesentliche Voraussetzungen für eine dauerhafte berufliche Integration, ja für gesellschaftliche Integration schlechthin“, erläutert der Agenturchef.

An den Kursen teilnehmen können nur Ausländer, die bei Eintritt in die Maßnahme eine Aufenthaltsgestattung beziehungsweise eine Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchender (BüMA) besitzen, nicht aus einem sicheren Herkunftsstaat stammen und bei denen ein rechtmäßiger und dauerhafter Aufenthalt zu erwarten ist.

Die finanzielle Förderung der Deutschkurse beschränkt sich zunächst auf Maßnahmen, die vor dem 31. Dezember beginnen. „Es handelt sich hierbei um zusätzliche Mittel, die im Haushalt freigegeben wurden. Diese wollen wir ebenso pragmatisch wie effektiv nutzen“, fasst Waldemar Dombrowski zusammen. (red/ass)

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