Deutscher Bund traf sich zu internationaler Tagung

Esperanto-Treffen in Bad Hersfeld: Sprache ohne Grenzen

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Auch für Bücher eine beliebte Sprache: (von links) Petra Dückershoff, Nicky Janssen, Zoja und Ralf Haumer sehen sich Literatur in Esperanto an.

Bad Hersfeld. Sie kamen aus den Niederlanden, Belgien oder den USA: Rund 100 Esperantosprecher aus sieben Ländern trafen sich zur 32. Frühlingswoche in der Jugendherberge Bad Hersfeld. Die Teilnehmer der Familienfreizeit veranstalteten Ausflüge, besuchten Kurse und sprachen in ihrer gemeinsamen Sprache, dem Esperanto, miteinander.

.„Ich habe vor 17 Jahren angefangen, die Sprache zu lernen“, erzählte Andreas Diemel aus Duisburg. Weniger als ein Jahr hatte der Verwaltungsfachwirt damals gebraucht, um sich gut auf Esperanto unterhalten zu können. Für ihn ist es mehr ein Netzwerk als eine Sprache: „Man trifft sich auf der ganzen Welt. Durch Esperanto ist es für mich inzwischen selbstverständlich geworden, viel zu reisen.“ Der Grundgedanke des Esperanto sei, dass es zur Völkerverständigung beitragen soll, erklärte Diemel. Weder Religion noch Nationalität sollen ein Hindernis für die Kommunikation sein.

Schnell gelernt

Aus dem Grund ist die Struktur des Esperanto auch einfach gehalten: „Es ist eine Plansprache, die darauf ausgerichtet ist, einfach zu sein“, sagte Petra Dückershoff, Mitorganisatorin der Frühlingswoche. „Das Grundgerüst besteht aus nur 16 Regeln.“ Sie hat schon Lerner erlebt, die nach drei Monaten sehr gute Fortschritte bei der Sprache gemacht hätten. „Trotz der Einfachheit muss Esperanto aber wie jede andere Sprache gelernt werden“, sagte Dückershoff und lachte. Die Charaktere in ihrer Gemeinschaft seien alle verschieden, jeder könne an solchen Treffen teilnehmen. Die größte Gemeinsamkeit ist das Sprachinteresse, das schon bei den Kleinsten vorhanden ist. Bei manchen Teilnehmern des Treffens ist Esperanto sogar die Familiensprache, die bis in die vierte Generation forteführt wird. Aber auch absolute Anfänger sind bei ihnen willkommen.

Dass Esperanto eine Sprache ist, die über Grenzen hinweg verbindet, können Zoja und Ralf Haumer aus Zwickau bestätigen: Vor 26 Jahren trafen und verliebten sich die gebürtige Russin und der Deutsche auf einem Esperanto-Treffen in der Ukraine. „Ich hatte gerade erst damit angefangen, es war mein erstes Treffen“, erinnerte sich Zoja Haumer. „Die Sprache war für mich damals eine Möglichkeit, die Welt zu entdecken.“ Inzwischen sind die beiden seit 20 Jahren verheiratet und haben zwei Töchter.

Neben Deutsch und Russisch war natürlich Esperanto die dritte Sprache, mit der sie aufwuchsen. „Der Vorteil ist, dass man sich sofort mit zuvor fremden Menschen unterhalten kann“, erklärt Ralf Haumer seine Begeisterung für die Sprache. „Damit fühlt man sich wie eine große Familie.“ Das bestätigte auch Marika Frense aus Bad Heiligenstadt, die lange Zeit Esperanto-Kongresse organisiert hat: „Viele die daran teilnehmen, kommen immer wieder.“

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Von Melinda Birmes

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