Glücksspiel-Urteil – Sportkreis-Chef hofft auf Landeshilfe

Sportvereinen drohen massive Probleme

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Hersfeld-Rotenburg. Eine erhebliche Belastung der Vereine erwartet der Vorsitzende des Sportkreises Hersfeld-Rotenburg, Paul Mähler, wenn das staatliche Glücksspielmonopol fällt: „Wenn der Landessportbund weniger Geld aus den Lotterie- und Sportwettentöpfen bekommt, werden wir das zu spüren bekommen“, sagte Mähler gegenüber dieser Zeitung.

Wie berichtet, hat der Europäische Gerichtshof das Glücksspiel-Monopol in Deutschland gekippt. Private Anbieter können damit auch in Deutschland aktiv werden. Folge: Die Umsätze der staatlichen Lotteriegesellschaften werden vermutlich sinken und damit auch die Beträge, die daraus zum Beispiel für die Sportförderung fließen.

Im Kreis Hersfeld-Rotenburg sind aktuell 53 500 Einwohner in Sportvereinen organisiert. Sie profitieren von Zuschüssen des Landessportbundes (LSB) auf vielfältige Weise, erläuterte Mähler. Der Sportkreis selbst bekommt 10 000 Euro im Jahr. Darüber hinaus trage der LSB 50 Prozent der Versicherungskosten, der Kosten für Übungsleiter, der Veranstaltungen, für die Gema-Beiträge bezahlt werden müssen.

Außerdem gebe es Zuschüsse für langlebige Sportgeräte wie Fußballtore, Arbeit in den Schulen und Projekte, die der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund dienen. 2009 hätten 478 Übungsleiter in 144 Vereinen 82 000 Stunden geleistet. Dafür habe der LSB knapp 96 000 Euro an Übungsleiterpauschalen zugeschossen, ergänzt Mähler die Zahlen.

Vom 32-Millionen-Etat des LSB stammten 20 Millionen Euro aus dem Glücksspieltopf. Schon jetzt, so weiß Mähler, seien die Einnahmen durch Internet-Wettanbieter zurückgegangen. Verschärft sich die Situation, bekommen die Vereine massive Probleme.

„Das dicke Ende kommt noch“, sagt Mähler und verweist auf die knappen Kassen der Kommunen. Auch sie könnten die Vereine nicht mehr so unterstützen, wie sie eigentlich wollten. Mähler hofft, dass nun das Land einspringt und die Vereine verstärkt unterstützt. Sport genießt Verfassungsrang in Hessen.   Hintergrund

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Von Silke Schäfer-Marg

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