Sportbund kritisiert Musiktarif-Erhöhung – „Hängen in der Luft“

Sportvereine sehen Gema-Reform gelassen

Hersfeld-Rotenburg. Der Landessportbund Hessen läuft Sturm gegen die geplante Reform der Gema-Gebühren. Die Sportvereine in der Region blicken dieser hingegen gelassen entgegen.

Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) unterscheide nicht zwischen ehrenamtlichen Vereinen und gewinnorientierten Unternehmen, sagte der Leiter des Geschäftsbereichs Vereinsmanagement des Landessportbundes Hessen, Michael Silz, gegenüber der Deutschen Presseagentur. 95 Prozent der Vereinsveranstaltungen seien durch einen Vertrag zwischen Gema und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) pauschal abgegolten, für den der Landessportbund jährlich rund 136 000 Euro zahle. Darunter fielen etwa Sportkurse mit Musik, nicht aber Vereinsfeste mit Eintritt.

Der Vorsitzende des Sportkreises Hersfeld-Rotenburg, Paul Mähler aus Rotenburg, sieht die heimischen Clubs nicht betroffen. In der Region würden von Sportvereinen keine Großveranstaltungen ausgerichtet. Bei der Organisation des Sportehrentages habe er mit der Gema bisher nur gute Erfahrungen gemacht, sagt Mähler. Ebenfalls nicht betroffen sieht Rolf Malachowski, Vorsitzender der SG Hessen-Hersfeld, seinen Verein. „Ich halte die Gema für verzichtbar“, sagt Malachowski dennoch. Heimspiele seien über eine Pauschale abgedeckt, die Vereinsgaststätte bei der Gema gemeldet. Obwohl der Verein keine weiteren gema-pflichtigen Veranstaltungen organisiere, werde er von Briefen der Gema bombardiert, ärgert sich der Vorsitzende.

„Wir hängen derzeit in der Luft“, sagt Hans-Hantke, Vorsitzender des Vereins Sport und Show, der das gleichnamige Spektakel in der Bad Hersfelder Waldhessenhalle veranstaltet. Derzeit sei noch unklar, ob auch die Begleitmusik zu den Darbietungen von der Erhöhung betroffen sei.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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