Hersfeld-Rotenburg ist beim Angebot für Soziales Jahr Schlusslicht in Hessen

Sportvereine im Kreis nehmen keine Freiwilligen

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Hersfeld-Rotenburg. Nur in zwei hessischen Landkreisen gibt es noch kein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Sport. Einer davon ist Hersfeld-Rotenburg, der andere der Odenwaldkreis.

Seit 2001 haben Jugendliche im Bundesland nun schon die Möglichkeit, sich in Sportvereinen, -verbänden und -kreisen als Trainer über das Programm zu engagieren. Rainer Seel, Referent der Sportjugend Hessen, sagt: „Es gibt ein strukturelles Problem, das auf ganz Nordhessen zutrifft.“ Zum Vergleich: Im Werra-Meißner-Kreis und im Kreis Waldeck-Frankenberg gibt es jeweils nur eine Stelle. „Wenige Vereine, wenig Geld, wenig Jugendliche“, sagt Seel.

Der Schwalm-Eder-Kreis ragt mit zwölf FSJlern im Sport heraus. Als Gründe nennt der Sportjugend-Sprecher das große Angebot der MT Melsungen und das Engagement sowie die Zusammenarbeit heimischer Sportfunktionäre. So gibt es dort etwa eine 18-Jährige, die in Sportvereinen, zwei Schulen, in Kitas und bei der Jugendpflege parallel als FSJlerin aktiv ist.

„Um die weißen Flecken in Nordhessen zu beseitigen, haben wir eine Außenstelle in Kassel eingerichtet“, sagt Seel. Denn die Vorteile des Programms seien unverkennbar. „Die Vereine bekommen Trainer und Übungsleiter, nach denen sie heutzutage händeringend suchen“, erklärt Rainer Seel. Als Gegenleistung falle jedoch eine Kostenbeteiligung von monatlich 450 Euro sowie das Bereitstellen einer Betreuungsperson an.

„Es geht aber immerhin um Vollzeitkräfte, die man zudem langfristig an den Verein binden könnte.“ Als positive Effekte für die Jugendlichen nennt er Persönlichkeitsentwicklung, neue Kontakte und berufliche Orientierung.

Aktuell überlegt der TV Hersfeld, ein FSJ im Sport anzubieten. „Allerdings wissen wir nicht, ob wir das ganze Jahr über 40 Stunden die Woche etwas für einen Bewerber zu tun hätten. Auch die Finanzierung ist ein Problem“, sagt Sportwart Werner Schneider. (flk)

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