Spitzen gegen Fehling

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Freiheitshymne: Mit dem Lied „Die Gedanken sind frei“ reagierte der Chor des versammelten Festspiel-Ensembles auf die stadtpolitischen Querelen um die Finanzierung des Festivals. Fotos: Maaz

Bad Hersfeld. Sein Name wurde nicht genannt, und er war wegen eines anderen Termins auch gar nicht anwesend. Doch Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling war auch so allgegenwärtig, als gestern in der Stiftsruine das Ensemble der am 13. Juni beginnenden 64. Bad Hersfelder Festspiele begrüßt wurde.

Der monatelange Streit in den städtischen Gremien um die Finanzierung des Festivals und immer neue Attacken aus dem Rathaus gegen Intendant Holk Freytag mündeten nun in subtile Reaktionen seitens der Mitwirkenden und des Ersten Stadtrats Dr. Rolf Göbel, der den Bürgermeister vertrat.

„Wir können nur mit den Mitteln antworten, die uns gegeben sind“, sagte Freytag, ehe die Riege der Darsteller und der Regisseure unter der Leitung von Christoph Wohlleben „Die Gedanken sind frei“ anstimmte.

Dr. Göbel, der sich als Vertreter engagierter städtischer Politiker verstand, die die Festspiele lieben und schützen, legte in seiner Ansprache mit einer unmissverständlichen Spitze gegen den Bürgermeister nach. Er gab eine Lesestückchen zum Besten, in der ein Controller eine Aufführung von Schuberts unvollendeter Sinfonie auseinandernimmt. Nachdem das Orchester unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten ausgedünnt und die Musik um überflüssige Wiederholungen reduziert worden, bleiben 20 Minuten Schubert übrig.

Wer da Bezüge zur Sicht- und Arbeitsweise Fehlings erkennen wollte, der hatte die Text-Auswahl des Ersten Stadtrats verstanden.(Mehr lesen Sie in unserer Printausgabe)

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