Montagsinterview mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Helmut Heiderich

Ich spiele immer auf Sieg

Helmut Heiderich in Berlin vor dem Brandenburger Tor am Pariser Platz. Foto: Saskia Trebing/Archiv

Hersfeld-Rotenburg. Vor genau einer Woche ist Helmut Heiderich in Bebra erneut zum Bundestagskandidaten der CDU im Wahlkreis Hersfeld-Rotenburg/Werra-Meißner (169) gewählt worden. Mit Kai A. Struthoff sprach er über seine Ziele.

Herr Heiderich, das war ein spannender Wahlabend in Bebra. Wie sicher waren Sie sich, dass Ihre Mehrheit steht?

Helmut Heiderich: Ich war sehr zuversichtlich. Nach all meinen Erfahrungen und Gesprächen in den vergangenen Wochen habe ich schon auf eine entsprechende Mehrheit gesetzt. Aber das weiß man vorher natürlich nie so genau.

Ihr Herausforderer Michael Stein hat sich über Ihr gutes Ergebnis gewundert, weil er im Vorfeld aus der Kreis-CDU viel Unmut über Sie vernommen haben will. Gibt es diesen Unmut?

Heiderich: Den Eindruck habe ich nicht. Natürlich gibt es in einer großen Partei immer mal Diskussionen, aber das ist doch ganz menschlich. Wenn es darauf ankommt, stehen wir zusammen.

Dass Sie mit 63 Jahren topfit sind, sieht man. Dass Sie immer noch mit Lust und Leidenschaft dabei sind, haben Sie in Bebra deutlich gemacht. Gleichwohl: Wäre es mit Blick auf die Zukunft nicht an der Zeit gewesen, einen jüngeren Kandidaten ans Ruder zu lassen?

Heiderich: Ich bin jünger als der SPD-Kanzlerkandidat und habe große Lust, meine Arbeit für die Menschen in unserer Heimat fortzusetzen. Einen jungen Kandidaten baut man nicht von heute auf morgen auf. Das braucht Zeit und ist eine Gemeinschaftsaufgabe, an der ich aber sehr gerne mithelfen will.

Sie haben als Wahlziel „40 Prozent plus“ ausgegeben. Sie müssten hier sechs Prozent gegenüber 2009 zulegen. Woher nehmen Sie den Optimismus?

Heiderich: Ich habe gesagt, die CDU in Deutschland muss die 40 Prozent überspringen, und das ist erreichbar. Das muss unser Ziel sein, denn dann bleibt Angela Merkel Kanzlerin. Ein solches Ergebnis färbt aber auch ab. Wenn wir bundesweit fünf Prozent zulegen, können wir das hier im Wahlkreis auch schaffen. Es wird auf jeden Fall spannend.

Sie spielen also nicht auf Platz, sondern auf Sieg?

Heiderich: Das haben wir immer getan. Man muss sich aber die Ausgangslage ansehen: 2002 hatte die SPD noch 55 Prozent, bei der Wahl 2009 waren es nur noch 40 Prozent. Jetzt gilt es, unser Ergebnis noch weiter zu verbessern.

Sie haben Michael Roth vorgeworfen, er würde nur meckern und Briefe schreiben, während Sie direkt mit den Verantwortlichen reden. Ist das nicht etwas unfair? Schließlich gehören Sie ja zur Regierungspartei, und es ist doch nicht verkehrt, wichtige Dinge schriftlich niederzulegen?

Heiderich: Mein Wahlkampf-Slogan 2009 war: „Stärker mit Heiderich“. Ein Abgeordneter der Regierungspartei kann seine Kontakte nutzen, und ich habe sie intensiv genutzt. Immer mehr Bürger spüren, dass es uns vor Ort mehr bringt, mit den Entscheidern konstruktiv zu verhandeln als Mecker-Briefe zu schreiben, die nur dazu dienen, eine Pressemeldung zu erzeugen.

Auch wegen der Erddeponie in Friedewald hat Roth Briefe geschrieben. Jetzt wird sie verlegt.

Heiderich: Auch hier habe ich oft mit den Verantwortlichen gesprochen. Wie im übrigen auch der Gemeindevorstand. Was ein Brief an einen nicht zuständigen Minister bringen soll, müssen Sie selbst beurteilen. Ich bin froh, dass wir den Anwohnern tatsächlich helfen konnten.

Warum sollte man Sie wählen und nicht Michael Roth?

Heiderich: Ganz einfach: Man sollte mich wählen, weil ich in Berlin weiter dafür kämpfen will, dass Projekte in unserem Wahlkreis realisiert werden. Davon können unsere Bürger und die Gemeinden nur profitieren. Außerdem wähle ich mit meiner Stimme Angela Merkel zur Kanzlerin, Herr Roth dagegen will Steinbrück, und der ist schon als Kandidat eine Fehlbesetzung.

Zur Zeit wird ein schwarz-grünes Regierungsbündnis diskutiert. Wie stehen Sie dazu?

Heiderich: Wir kämpfen als CDU dafür, so stark wie möglich zu werden, und wollen das Fell nicht verteilen, bevor die Jagd überhaupt begonnen hat. Zu meiner Anfangszeit als CDU-Kreisvorsitzender hatten wir in Alheim mal eine schwarz-grüne Koalition. Das hat ganz erfolgreich funktioniert. Wir haben damals gezeigt, dass man gut zusammenarbeiten kann, wenn man sich an der Sache orientiert und vernünftig miteinander umgeht. Im Bund müssten sich die Grünen dafür allerdings deutlich in die Mitte bewegen und manche unbezahlbare Träumerei beenden.

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