Travestieshow „Täuschungsmanöver“ vor überwiegend weiblichem Publikum

Spiel mit dem Geschlecht

Nah am Publikum: Die Zuschauer in der ersten Reihe wurden zu einem Teil der Travestieshow. Beim Kontakt mit den schönen „Frauen“ wie dem Exemplar links im Bild flossen so manche Lachtränen. Foto: Schmidl

Bad Hersfeld. Männlein oder Weiblein? Das war am Freitagabend in der Bad Hersfelder Stadthalle die generelle Frage. „Täuschungsmanöver - die Travestieshow“ begeisterte mit Tanz, Parodie, Comedy, Livegesang und Lasershow das überwiegend weibliche Publikum. Die Stadthalle war allerdings nur knapp zur Hälfte gefüllt.

„Da muss ich womöglich mit dem Arsch an der Wand entlanglaufen“, war laut Moderatorin Siggi Hot die – unbegründete – Angst der abwesenden Männer. Vorurteile und eine falsche Vorstellung von dem Niveau einer solchen Show könnten zum Bedauern des Veranstalters „Five Star Events“ zu diesem mangelnden Zuschauerinteresse geführt haben.

Das tat der Stimmung im Saal aber überhaupt keinen Abbruch. Frech, sexy und glamourös präsentierten sechs der besten internationalen Künstler der Travestieszene in aufwändig gearbeiteten Kostümen die perfekte Illusion.

Unter der Gürtellinie

Viele Witze, allesamt unter der Gürtellinie, gehörten dazu. Das frivole Spiel mit dem Publikum ebenso.

Perfekt geschminkt, mit gut sitzenden Perücken auf den Köpfen und mit hochhackigen Schuhen an den Männerfüßen, brachten die Paradiesvögel ihre spitzen Schnäbel und Zungen zum Einsatz.

Dem lustigen Auftritt eines kugelrunden Marienkäfers mit Puschelchen auf dem Kopf folgten ein Medley mit Titeln von Boney M., Ausflüge in die Welt der Oper und des Musicals und ein Auftritt von Andrea Berg in Kittelschürze und Gummischuhen.

Auch Trude Herr gab sich die Ehre und will noch immer einen Mann und die Wildecker Herzbuben besangen ihr „Herzilein“. Der Charity-Song „We are the world“, bei dem eine einzige „Dame“ die Stimmen aller beteiligter Weltstars grandios imitierte, und die einzigartige, bis in Detail ausgearbeitete Lasershow von Drag Queen Performer Paula Jackson gehörten zu den anspruchsvollen Höhepunkten.

Zauber und Striptease

Schwarzes Theater und ein einziger Zaubertrick, eingebunden in einen vermeintlichen Striptease, waren weitere Täuschungsmanöver. Das Publikum ließ sich gerne täuschen und war keinesfalls enttäuscht von über zwei Stunden bester Unterhaltung.

Zum Schluss noch ein Tipp für alle Hausfrauen: „Wenn Blut aus der Waschmaschine tropft, hat sich Meister Proper das Dosiersäckchen eingeklemmt“.

Von Gudrun Schmidl

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