Einwohnerzahlen im Kreis sinken, die Lust am Wegwerfen steigert Abfallmenge

Der Sperrmüllberg wächst

Hersfeld-Rotenburg. Weniger Waldhessen, dafür aber immer mehr Müll: Das zeigen die Zahlen des Abfallwirtschaftszweckverbands Hersfeld-Rotenburg. „Im Landkreis produziert jeder etwa 122 Kilogramm Hausmüll pro Jahr. Damit liegen wir aber gut im hessenweiten Durchschnitt“, sagt Georg Körner vom Abfallwirtschaftszweckverband Hersfeld-Rotenburg (AZV). Denn die Zahlen steigen bundesweit. Im Landkreis tritt dies besonders beim Sperrmüll zutage.

Sammelten die Mitarbeiter von AZV und Müllabholzweckverband Rotenburg (MZV) 2004 noch 2891 Tonnen Sperrmüll ab, hat sich dies bis 2009 stetig gesteigert. Im vergangenen Jahr waren es bereits 4080 Tonnen an sperrigen Gegenständen. Auf die Einwohner bezogen bedeutet das, jeder Waldhesse stellt pro Jahr 33 Kilo an Sperrmüll an die Straße. Das spiegelt das Konsumverhalten wieder. Es werde immer mehr kurzlebiges Inventar beschafft. Auch die meisten Anfragen der Kunden drehen sich um den Sperrmüll, erklärt Körner. So wissen viele nicht, dass Möbelstücke und Matratzen dazugehören, nicht jedoch Waschbecken, Fenster und Türen. Beim Hausmüll dagegen ist der Trend in Waldhessen umgekehrt. Sind 2004 bei AZV und MZV noch 17 492 Tonnen Hausmüll angefallen, ist diese Menge bis 2009 auf 15 114 Tonnen gesunken. „Die Leute werden ja auch weniger“, wirft Körner ein. Beim Sperrmüll ändert das den Aufwärtstrend jedoch nicht. Eine weitere Entwicklung der vergangenen Jahre sind die drastisch gefallenen Preise für Gewerbeabfälle. „Hat eine Tonne Gewerbemüll die Firmen 2006 noch 250 Euro pro Tonne gekostet, sind es jetzt nur noch 80 Euro“, sagt Körner. Das hängt mit den neu entstandenen Müllverbrennungsanlagen zusammen, wie der in Heringen. Dort und in Weidenhausen wird seit 2005 auch der Hausmüll des Kreises verbrannt, statt ihn auf die Deponie zu bringen. Grund: Die Anlagen müssen auf voller Kraft laufen, um wirtschaftlich zu sein. Zum tage

Von Judith Strecker

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