Bereitschaft zu geben sinkt – Organisationen froh über jeden Euro

Spendensammler spüren die Krise

Hersfeld-Rotenburg. Vorweihnachtszeit ist Spendenzeit. Doch in die Kassen vieler Hilfsorganisationen im Kreis fließt weniger Geld als noch vor einem Jahr. Damit bestätigt sich im Kreis Hersfeld-Rotenburg eine deutschlandweite Tendenz. Laut der Gesellschaft für Konsumforschung ist die Spendenbereitschaft bereits im ersten Halbjahr 2009 um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Kirchliche Organisationen scheinen in unserer Region aber eine Ausnahme zu sein.

„Jeder Verein muss mittlerweile kämpfen“, sagt Winfried von Alpen, Vorsitzender des Tierschutzvereins Bad Hersfeld. Die Spendenbereitschaft in der Bevölkerung „ist schleppender geworden. Warum das so ist, weiß ich nicht“. Er plädiert dafür, regionale Projekte finanziell zu bedenken: „Überall hier vor Ort gibt es so viel zu tun. Und die Spender können sehen, was aus ihrem Geld wird“, sagt von Alpen.

Mitgliederzahlen sinken

Auch beim Deutschen Roten Kreuz in Rotenburg - wie in Hersfeld - sinken laut Jürgen Grau die Spendeneinnahmen ebenso wie die Mitgliederzahlen: „Die Bereitschaft ist trotz Krise schon noch da, aber rückläufig. Wir sind froh über jeden Euro in der Spendenbox und jeden Mitgliedsbeitrag. Sogar zum Blutspenden gehen weniger Menschen“, sagt Grau.

Zu steigen scheint die Zahl der Spenden im Kreis dagegen bei kirchlichen Organisationen – besonders vor Weihnachten. Das bestätigt Pfarrerin Jutta Preiß-Völker vom Diakonischen Werk: „Bei uns ist die Spendenbereitschaft immer noch hoch. Besonders beliebt sind Projekte wie die Rotenburger Suppenküche, die Eltern-Kind-Kleinkindberatung und die Tafeln.“

„Generell öffnen die Leute lieber ihr Portemonnaie, wenn es um konkrete Projekte geht“, sagt Sabine Rohde vom Verein für internationale Jugendarbeit. Sie hat auf dem Hersfelder Weihnachtsmarkt für die Tschernobyl-Kinder gesammelt. zum tage, hintergrund

Von Judith Strecker

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