Bad Hersfelder Festspiele: Viel Kritiker-Lob auch für den „Zauberberg“

Spektakulär und märchenhaft

Viel Lob für das „Zauberberg“-Ensemble mit Sören Wunderlich, Wolfgang Jaroschka und Charlotte Siegling (von links) Foto:  Iko Freese/drama-berlin

Bad Hersfeld. Zu einzelnen Punkten sind sich die Kritiker nicht einig, doch unter dem Strich ist das Presse-Echo für Janusz Kicas Festspiel-Inszenierung von Thomas Manns Roman „Der Zauberberg“ fast durchweg positiv.

„Trotz der enormen Kürzungen besitzt dieser Zauberberg einen ganz eigenen Zauber,“ schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung und attestiert der Aufführung „Ironie und einen gewissen Witz“.

Der Kritiker der FAZ schließt mit der Feststellung, dass die Vorstellung „dem Meister aus Lübeck auf seiner Wolke sieben durchaus gefallen könnte“.

„Der 33-jährige Sören Wunderlich ist als Castorp eine Entdeckung. Wie ein Welpe schlakst er herum, unerfahren in seiner Männlichkeit. Knipst ein überdimensionales Grinsen an, um Unsicherheit zu übertünchen, wenn die angebetete Clawdia Chauchat (mit wiegenden Hüften sehr erotisch: Charlotte Sieglin) naht“, heißt es in der Hessisch/Niedersächsischen Allgemeine.

Das sieht auch die Deutsche Presseagentur dpa nicht anders: „Herausragend war die Leistung des engagierten Sören Wunderlich in der Hauptrolle des Hans Castorp. Amüsant herausgearbeitet wurden die verschrobenen Charaktere in dem abgeschiedenen Berghof.“

Als „spektakulär und stimmungsvoll“ bezeichnet die Fuldaer Zeitung das Schneegestöber, in dem Hans Castorp geläutert wird. „Sören Wunderlich spielt ihn intensiv-glaubwürdig zunächst als naives Familiensöhnchen und reinen Toren, dann als einen von Liebe verzehrten Mann ohne Zukunft, die Todessehnsucht überwindet“, schreibt das Blatt.

Auf den Punkt brachte es der Hessische Rundfunk: „Das Ensemble ist alles andere als einigermaßen, es ist wirklich großartig“. (ks/red)

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