Neue Kampagne soll zerbrochenen Glasflaschen auf dem Lullusfest entgegenwirken

Mit Spaß gegen Scherben

Kampf gegen Glasbruch: Die Initiative „Nur Flaschen machen Scherben“ haben (von links) Bürgermeister Thomas Fehling, Michael Sippel (Firma Fehr), Helge Assi (Lolls-Organisation), Michael Jäger (Complot), Julia Scholz (Lolls-Organisation), Britta Morrison und Elmar Henrich (beide Agentur Ultraviolett) vorgestellt. Zur Kampagne gehören Plakate, Aufkleber, Becher sowie die Fassade für den Flaschenwurf-Treffpunkt, die Julia Scholz als Modell präsentiert. Foto: Eisenberg

Bad Hersfeld. Dass sich Glasscherben auf dem Lullusfest wohl nie ganz verhindern lassen, ist auch Bürgermeister Thomas Fehling klar. Tatenlos hinnehmen will die Stadt einen mit Glassplittern bedeckten Festplatz schon wegen der Verletzungsgefahr allerdings nicht.

Als Haupt-Scherbentage haben die Organisatoren den Lollsmontag sowie das Wochenende ausgemacht. Um gegen die durch „Selbstversorger“, die ihre Getränke mitbringen, verursachten Scherben einzudämmen, hätte die Stadt laut Fehling auch ein generelles Glasflaschenverbot auf dem Festplatz erlassen können.

Auf Einsicht setzen

Das wäre nach Einschätzung des Rathauschefs aber nur schwer durchsetzbar gewesen. Zugangskontrollen würden den Besuchern wohl den Spaß am Feiern verderben. In einer Kampagne setzen die Organisatoren stattdessen auf die Einsicht der Festgäste. Die sollen nicht mit dem erhobenen Zeigefinger erreicht werden, sondern mit Spaß, sagt Elmar Henrich von der Agentur Ultraviolett, die die Kampagne „Nur Flaschen machen Scherben“ entworfen hat. Der doppeldeutige Slogan ziert gemeinsam mit comichaft gezeichneten Flaschen Aufkleber und Plakate, die in Schulen, Lollsbussen, Gaststätten und bei den Lolls-Schaustellern für Aufmerksamkeit sorgen sollen. Besonderer Clou ist der Flaschenwurf-Treffpunkt. Am Lollsmontag sowie am Freitag und Samstag stellt die Firma Fehr direkt neben dem Feuer, wo die meisten Scherben anfallen, einen Container auf. Dafür hat Ultraviolett eine an einen Rummel-Wagen erinnernde Fassade entworfen, die vom Sorgaer Werbemittelhersteller Complot gefertigt wird. Besucher können ihre Glasflaschen dort auf eine Zielscheibe werfen und Preise gewinnen. „Die Leute haben Spaß und die Flaschen landen im Container“, erklärt Henrich. Mit der Initiative will die Stadt an ihre bisherigen Bemühungen gegen Gewalt- und Alkoholexzesse, wie etwa die Kampagne „Lolls ohne Prolls“ anknüpfen.

Mehr Müllbehälter

So soll die Anzahl der großen Müllcontainer im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt werden. Nachdem der Dippenmarkt abgebaut worden ist, werde ab Donnerstag zusätzlich ein sogenanntes Glas-Iglu auf dem Linggplatz aufgestellt, kündigt Julia Scholz vom Lolls-Organisationsteam an.

Zusätzlich zu privaten Sammlern, die es auf Pfandflaschen abgesehen haben, sollen bezahlte Mitarbeiter der Firma Fehr unterwegs sein, die auch pfandfreies und kaputtes Glas auflesen. An den drei Problemtagen soll zudem bei laufendem Betrieb wieder eine Kehrmaschine durch die Innenstadt geschickt werden. Etwa 600 Kilogramm Abfall seien dabei im vergangenen Jahr pro Einsatz zusammengekommen, berichtet Michael Sippel vom Entsorger Fehr.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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