Dekan Dr. Hofmann: Sparen ohne Rasenmäher

Synode des Kirchenkreises fordert Finanzreform von Landeskirche

In die Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck wurden gewählt (von links): Als Vertreter Pfarrer Michael Zehender (39, Obergeis), Lehramtsreferendar Dr. Daniel Faßhauer (25, Bad Hersfeld) und Diätassistentin Anneliese Schade-Blum (56, Tann) sowie als Synodale Diplom-Ökonom Tobias Jäger (47, Obergeis), Schulleiterin Dr. Susanne Hofmann (58, Bad Hersfeld) und Pfarrer Thomas Funk (47, Neukirchen). Foto: Apel

Bad Hersfeld. Schlimme Zeiten sah Pfarrer Martin Arndt (Ransbach) während der Herbstversammlung der Synode des Kirchenkreises Hersfeld vor allem auf die kleinen Kirchengemeinden zukommen.

„Angesichts des demografischen Wandels muss unser Finanzzuweisungssystem dringend reformiert werden, so kann es nicht weitergehen“, sagte er während der Versammlung im Gemeindehaus der Stadt- und Johanneskirchengemeinde.

Unterstützt von Pfarrer Wilfried Marnach (Widdershausen), Pfarrer Christoph Rode („Früher wurden viel mehr Arbeiten ehrenamtlich erledigt.“) und Dekan Dr. Hofmann („Viele Gemeinden stehen mit dem Rücken zur Wand. Es kann nicht immer nur mit dem Rasenmäher eingespart werden, es muss auch Aufgabenkritik geübt werden.“), verabschiedete die Kreissynode einstimmig den Antrag der Kirchengemeinde Ransbach-Ausbach, in dem die Landessynode aufgefordert wird, schnellstmöglich dafür zu sorgen, dass die Kirchengemeinden den Kernaufgaben nachkommen können.

Bei der Versammlung befassten sich die Pfarrer, die „Abgeordneten“ der einzelnen Kirchengemeinden und die berufenen Mitglieder der Kreissynode mit den den Jahresabschlüssen für 2010, 2011 und 2012 und dem Doppelhaushalt für 2016 und 2017. Der Leiter des Kirchenkreisamts, Alexander Reitz, erläuterte die Zahlenwerke, in denen unter anderem die Aufwendungen und Erträge der vom Kirchenkreis noch bis Ende 2015 getragenen Bahnhofsmission, der „Tafel“ und der Beratungsstelle für Wohnungslose enthalten sind. Dass die Abschlüsse für 2010, 2011, 2012 erst so spät zur Genehmigung vorgelegt und bei zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen auch angenommen wurden, war, wie Reitz verdeutlichte, der Umstellung auf die kaufmännische Buchführung geschuldet. Während Pfarrer Rainer Bätzing (Matthäuskirche) beklagte, dass noch jetzt über 2010 gesprochen werde und dass im Zuge der Auflösung des Gesamtverbands der Bad Hersfelder Kirchengemeinden eine „große Vermischung“ stattgefunden habe, bezeichneten Tobias Jäger (Obergeis) und der Vorsitzende des Finanzausschusses, Pfarrer Bernd Seifert (Niederjossa), die Umstellung als „Herkulesaufgabe“, die vom Kirchenkreis gut gemeistert worden sei. 

Von Wilfried Apel

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