Performance Fibers: Arbeitgeber fordert Haustarif – Fünf Millionen Euro einsparen

Sparen in großem Stil

Das krisengeschüttelte Unternehmen Performance Fibers in Bad Hersfeld aus der Vogelperspektive. Fotos: Archiv

Bad Hersfeld. Die etwa 330 verbliebenen Mitarbeiter des Faserherstellers Performance Fibers in Bad Hersfeld haben wieder einmal eine Leidenszeit vor sich. Die Unternehmensleitung möchte nach Gewerkschaftsangaben bei den aktuellen Tarifauseinandersetzungen Einsparungen in Höhe von fünf Millionen Euro durchsetzen.

Haustarif soll kommen

Dafür will das Unternehmen nach Darstellung von Volker Weber, Landesbezirksleiter für Hessen und Thüringen der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, den Flächentarif verlassen und einen eigenen Haustarif erwirken. Extra dafür sei eine sogenannte Haustarifkommission gegründet worden. Eine nächste Verhandlungsrunde mit der Arbeitgeberseite ist für den kommenden Montag geplant. „Wir werden aber am Freitag entscheiden, ob es unter den gegebenen Voraussetzungen überhaupt Sinn macht, diesen Termin aufrechtzuerhalten. Schließlich bietet die Arbeitgeberseite nichts und fordert viel“, merkt Weber an. So sollen die Arbeitszeit auf 39,4 Stunden pro Woche erhöht, Urlaubstage gekürzt und die Entgelte eingefroren werden. Die Jahresleistung für 2013 wolle der Arbeitgeber ebenfalls dem Rotstift opfern.

Der Gewerkschafter Weber tut sich auch schwer mit der von der Arbeitgeberseite immer wieder kolportierten wirtschaftlichen Not des Unternehmens.

Schwierig bis undurchsichtig

Da Performance Fibers seinen Sitz in Luxemburg habe und mit dem amerikanischen privaten Investmentunternehmen Sun Capital ein Geldgeber im Hintergrund stünde, sei es nur sehr schwer möglich, an verlässliche Zahlen heranzukommen. So könnte laut Weber die Not dieses Betriebes durch gewisse finanzielle Transaktionen ganz einfach herbeigeführt werden. „Das alles macht es uns nicht leichter“, führt der Gewerkschafter weiter aus. Für ihn gehe es auch nicht alleine um die von der Geschäftführung aktuell angestrebten fünf Millionen Euro an Einsparungen. Denn die Beschäftigten hätten in den vergangenen Jahren schon viele Opfer gebracht.

Durch sogenannte Öffnungsklauseln in den bisherigen Tarifverträgen sei es dem Unternehmen immer möglich gewesen Personal abzubauen, Jahresleistungen einzufrieren, die Arbeitszeit ohne Lohnausgleich auf 39 Stunden heraufzusetzen sowie den Tarif abzusenken. So habe Performance Fibers in den vergangenen drei Jahren bereits neun Millionen Euro Kosten im Personalbereich einfach wegdrücken können, rechnet Weber vor. Artikel links

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