Projektleiter: Nach Gesetzesänderung neue Form der Bürgerbeteiligung im Gespräch

Sparbriefe für Windkraft

Nach der aktuellen Planung sind die Windkraftanlagen von der Ortsmitte in Hönebach aus kaum zu sehen: Die Fotomontage der Projektentwickler zeigt die Anlagen vom Europäischen Fernwanderweg nahe der Autobahn nördlich von Hönebach aus gesehen – in einer Entferung von fünf Kilometern Luftlinie. Ein paar Hönebacher Häuserdächer sind zu erkennen. Foto: nh

Wildeck/Friedewald/ Heringen. In der Gemeinde Wildeck sorgen zurzeit Informationen für Wirbel, die für alle in unserer Region geplanten Windkraftanlagen Bedeutung haben könnten: Entgegen erster Versprechungen werden sich die Bürger nicht direkt an dem im Bereich der Gaishecke geplanten interkommunalen Windpark beteiligen können.

Die Bürgerwind Gaishecke GmbH Heringen will den Windpark an den gemeinsamen Grenzen von Heringen, Friedewald und Wildeck bauen. Geschäftsführer Ingo Sauer hatte bei einer Informationsveranstaltung im April 2012 noch versprochen, dass die Wertschöpfung in der Region bleibe. „Jeder Bürger kann sich als Kommanditist beteiligen“, hatte Sauer zugesagt.

Nach Angaben des Bad Hersfelder Unternehmers ist das Kapitalanlagegesetz vor kurzem verschärft worden. Vor zwei Jahren sei eine direkte Beteiligung der Bürger noch möglich gewesen.

Das verschärfte Gesetz lege die Hürden für eine Beteiligung einzelner Bürger und Genossenschaften an Windkraftanlagen aber so hoch, dass diese Form der Beteiligung kaum noch zu verwirklichen sei.

„Vor Pleiten schützen“

Die Bundesregierung wolle mit dem neu formulierten Gesetz Bürger vor schwarzen Schafen und vor möglichen Pleiten von Windkraft-Unternehmen schützen. Bei Pleiten sei das Geld der Anleger oft verloren.

„Das neue Gesetz trifft auch viele seriöse Unternehmen. Bürgerwindparks sind durchaus ein Erfolgsmodell gewesen, das so aber nicht mehr umsetzbar ist“, betonte Sauer. „Ich kenne kein Windkraft-Unternehmen, dass das heute noch so macht.“ Auch die Bad Hersfelder Energiegenossenschaft sei nach gründlicher Prüfung zu dem Ergebnis gekommen, dass der Aufwand zu groß sei.

Das Gesetz erlaube aber, dass Banken mit solchen Kapitalprodukten handeln. „Wir führen gerade Gespräche mit regionalen Banken zu dem geplanten Windpark Gaishecke, aber auch zu dem geplanten Windpark Roteberg mit Standorten in Friedewald und Hersfeld. Ziel ist, dass eine Bank einen Windsparbrief herausgibt“, erklärte der Unternehmer. So könnten sich Bürger und Genossenschaften über die Banken an einem Windpark beteiligen.

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