Bad Hersfelder Festspiele: Stadtverordnete zwischen Zustimmung und Sorge

Im Spannungsfeld

Stille Beobachter: Intendant Dieter Wedel und Regisseurin Franziska Reichenbacher verfolgten die Festspieldebatte in der Stadtverordnetenversammlung. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Unter den Bad Hersfelder Stadtverordneten, die am Donnerstag über die Aufstockung des Festspielbudgets um 600 000 Euro zu entscheiden hatten, befanden sich nicht wenige in einem ganz eigenartigen Spannungsfeld: Einerseits galt es, sich grundsätzlich zum Theater in der Stiftsruine zu bekennen und die vom neuen Intendanten Dieter Wedel initiierte Aufbruchsstimmung nicht zu konterkarieren. Andererseits wollten sie nicht einfach durchwinken, was Wedels Vorgänger Holk Freytag noch zum Verhängnis geworden war.

Denn beim Geld verstehen die Hersfelder Parlamentarier keinen Spaß, da wollen sie es genau wissen, schließlich ist der Stadt-Etat defizitär und einem Haushaltssicherungskonzept unterworfen.

Infolgedessen hatten mehrere Parlamentarier der Vorlage ihre eigene Interpretation entnommen – mit ganz unterschiedlichen Ergebnissen. „Irreführende Angaben“, mokierte sich Carsten Lenz (SPD) über angebliche Rechenfehler. Fraktionskollege Bernd Wennemuth hielt den Punkt gar für „nicht abstimmungsfähig“ und verlangte einen neuen Wirtschaftsplan für die Festspiele.

Hans-Jürgen Schülbe (Fraktionsgemeinschaft) war hingegen überzeugt davon, hier die „schonungslose Analyse“ der Versäumnisse der Vergangenheit vor sich zu haben und sah die Notwendigkeit zur Nachfinanzierung ein, „um wieder tolle Festspiele zu haben.“

Bernd Böhle (FDP) und Gunter Grimm (CDU) war vor allem die Deckung der Mehrausgabe wichtig, die sie durch erhöhte Zinseinnahmen bei der Gewerbesteuer gewährleistet sahen.

Dr. Thomas Handke (SPD) verband in seinem Redebeitrag Bürgermeister-Schelte wegen der angeblich „zu Unrecht“ erfolgten Kündigung von Holk Freytag mit seiner Zustimmung zur schließlich mehrheitlich verabschiedeten Etat-Erhöhung.

Dafür musste er sich von Gunter Grimm als „Wendehals“ titulieren lassen.

Von Karl Schönholtz

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