Der englische Pianist Paul Millns sang und spielte im Bad Hersfelder Buchcafé

Soulpoet und Einzelkämpfer

Stadtjunge: Der englische Pianist und Soulpoet Paul Millns sang im Bad Hersfelder Buchcafé seine Songs. Foto: Rödiger

Bad Hersfeld. Die Zeiten, in denen Paul Millns als Pianist in Bands spielte, die in Europa große Hallen füllten, sind schon sehr lange vorbei, aber der sympathische Songwriter und Sänger aus dem britischen Norfolk wird nicht müde, durch europäische Clubs und Kneipen zu touren, um meistens allein am Piano seine Lieder zu singen.

Seit dem Start seiner Solokarriere mit seinem Debut-Album im Jahre 1975 ist der englische Soulpoet und Sänger unermüdlich dabei, immer wieder neue Songs zu schreiben und zu veröffentlichen. Mittlerweile hat er stolze 17 CDs veröffentlicht, sein aktuelles Album ist ein Konzertmitschnitt von einem Live-Auftritt in der Schweiz und überzeugt sowohl Kritiker als auch Fans gleichermaßen mit seiner gewohnt ausdrucksstarken Stimme und intelligenten Songtexten.

Am Donnerstagabend gastierte Paul Millns zum achten Mal seit Gründung des Vereins im Bad Hersfelder Buchcafé und spielte auf dem hauseigenen Klavier eine interessante Auswahl seiner vielen Kompositionen.

Eines seiner neuesten Stücke trägt den Titel „City-Boy“, das Lied ist ein musikalisches Selbstportrait, in dem Paul Millns seine Liebe zur Natur beschreibt, die ihn an den wenigen sonnigen Tagen in seiner Heimat in die Parkanlagen seiner Geburtsstadt Norfolk treibt. Als typischer Stadtjunge (City-Boy) weiß er zwar nicht, wie all die Vögel und Bäume heißen, die er so gerne beobachtet und denen er so gerne zuhört, aber er liebt es trotz allem.

Seine Song-Themen sind aber häufig auch soziale und politische Reflexionen, oft mit einem unterschwelligen trockenen britischen Humor eingeleitet und vorgetragen.

Musikalisch umfasst seine Bandbreite sowohl ruhige und einfühlsame Balladen als auch eine sensible Mischung aus Blues, Soul, und Piano-BoogieWoogie. Das Bad Hersfelder Publikum lauschte gespannt den Melodien und Liedern dieses hervorragenden Solokünstlers und spendete wohlwollend lautstarken Applaus.

Von Werner Rödiger

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