Naturschutzbund (Nabu) lehnt Windkraft auf dem Roteberg bei Friedewald ab

Sorgen um Schwarzstorch

Junge Schwarzstörche im Seulingswald: Der Naturschutzbund (Nabu) sieht das Vorkommen der Tiere durch den möglichen Bau von Windkraftanlagen auf dem Roteberg in Gefahr. Foto: Nabu

Kathus/Friedewald. Der Naturschutzbund (Nabu) spricht sich in einer Pressemitteilung gegen den Windkraftstandort auf dem Roteberg zwischen Kathus und Friedewald aus.

Nach Meinung des Nabu gefährdet die Windkraftplanung Roteberg das einzige Brutvorkommen des Schwarzstorchs im Seulingswald. Diese Tiere benötigen einen ungestörten Aktionsradius von mindestens drei Kilometern um den Brutplatz. Und dieser Freiraum würde nach Meinung des Nabu durch die geplanten Anlagen auf dem Roteberg massiv gestört. Zudem flögen die Schwarzstörche häufiger über den Roteberg zu ihren Nahrungsgründen östlich der Autobahn.

Refugium für Fledermäuse

Merkwürdig finden die Nabu-Mitglieder, dass in einem ornithologischen Gutachten die Aussage getroffen werde, die Störche würden die Autobahn nicht überqueren. Das sei nachweislich falsch. Viele unabhängige Beobachtungen der letzten Jahre widerlegten diese Aussage der Gutachter, heißt es in der Pressemitteilung. Der Roteberg sei zudem ein wichtiges Refugium für einheimischen Fledermäuse.

Mindestens 14 unterschiedliche Arten lebten hier und nutzten Spechthöhlen und sonstige Bauten als Ruhe- und Fortpflanzungsstätte. Im Zuge des Neubaues der Autobahn werde zudem in direkter Nähe ein künstlicher Fledermausstollen angelegt, was dem Schutz der seltenen Tiere dienen soll. Somit würden die geplanten Windkraftanlagen dieser sinnvollen Schutzmaßnahme völlig entgegen laufen, da Kollisionen der nachtaktiven Tiere m in Waldgebieten besonders häufig auftreten können, argumentieren die Naturschützer. Nur durch strikt vorgeschriebene Abschaltzeiten während der Nachtstunden ließen sich Verluste vermeiden, ob die Windenergieanlagen dann noch wirtschaftlich zu betreiben wäre, hält der NABU für sehr fraglich. Ebenso kritisch sieht der Naturschutzverband den Zielkonflikt zwischen Windkraft und dem Wildschutz durch die neu errichtete Wildbrücke über die Autobahn. Die Unterbrechung der Wildwanderwege durch die Autobahn werde derzeit mit hohem finanziellen Aufwand durch die neue Wildbrücke geschlossen.

Wildwege vernetzen

Hier sieht der Nabu die Gefahr, dass durch Windkraftanlagen die räumliche Vernetzung der Wildpopulationen wieder gefährdet wird. Die Wildbrücke stehe kurz vor der Fertigstellung und solle dem Grundsatz des Regionalen Raumordnungsplanes Nordhessen nach einem funktional zusammenhängenden Netz ökologisch bedeutsamer Freiräume Rechnung tragen.

Dieser öffentlichen Aufgabe stehe nun die privatrechtliche Planung der Windkraftanlagen auf dem Roteberg entgegen. Damit gefährde die Windkraft-Planung den erhofften Erfolg der Biotopvernetzung durch die Wildbrücke. (red/jce)

Kommentare