Hersfelder Unternehmer plant riesigen Solarpark auf dem Luftlandeplatz Johannesberg

Sonnenschein im Paradies

Links und rechts der Landebahn auf dem Flugplatz Johannesberg soll auf drei unterschiedlich großen Feldern der neue Solarpark entstehen. Unten auf dem Plan des Büros Dorbritz die Wohnbebauung des Schwarzdornweges. Zeichnung: Büro Dorbritz, Bad Hersfeld

Bad Hersfeld. Ob im Bad Hersfelder Stadtteil Johannesberg das Paradies zu suchen ist, sei dahingestellt. Aus dem Kürzel EDEN, der offiziellen internationalen Bezeichnung für den dortigen Luftlandeplatz, erklärt sich jedenfalls der Name für den neuen Solarpark, den der einheimische Unternehmer Friedrich Krumme jetzt links und rechts der Landebahn errichten will.

Die einzelnen Photovoltaik-Anlagen sollen zusammengenommen eine Leistung von zwei Megawatt abliefern, das ist in etwa das Doppelte der 78 Solarbäume auf dem Amazon-Gelände.

Im selben Atemzug hat Hobby-Flieger Krumme die Asbestsanierung der bestehenden Flugplatzgebäude sowie den Neubau eines Hangars in Aussicht gestellt.

Der Ortsbeirat Johannesberg stimmte dem Vorhaben am Dienstag einmütig zu. Die Einleitung des Planungsrechts soll die Stadtverordnetenversammlung in der Form eines Vorhaben- und Erschließungsplans bereits in ihrer nächsten Sitzung am kommenden Donnerstag beschließen.

Wie Bürgermeister Hartmut H. Boehmer vor dem Ortsbeirat referierte, bestehen keine luftverkehrstechnischen Bedenken gegen die bis zu knapp zwei Meter aufragenden Module, die durch Stahlstifte ohne Fundament im Boden fixiert werden.

Nicht schrecken lassen sich Investor und Bürgermeister von der Ankündigung der Bundesregierung, die Subventionen für Solarenergie zusammenzustreichen. Nach dem Veto des Bundesrates rechnen Krumme und Boehmer nur noch mit einer stufenweisen Reduzierung. Zudem setzt der Unternehmer auf sinkende Modulpreise.

Bauherr Krumme, der nach eigenem Bekunden noch vor wenigen Wochen nicht einmal ahnte, ein derart millionenschweres Projekt angehen zu wollen, lobte am Rande der Sitzung Arbeitstempo und Flexibilität der städtischen Verwaltung. Er wies zudem darauf hin, dass für interessierte Investoren die Möglichkeit einer Beteiligung an dem Solarpark besteht.

Von Karl Schönholtz

Kommentare