Pädagogisches Projekt im Schulaufsichtsbezirk: Naturwissenschaft zum Anfassen

Sonnenfinsternis als Rollenspiel

Das Zellinnere: Elisabeth Braun-Seibel (links) und Heidrun Krug von der Gesamtschule Obersberg diskutieren über ein DNA-Modell. Foto: nh

Bad Hersfeld. Was passiert bei einer Mondfinsternis und wie entsteht eine Sonnenfinsternis? Viele Schüler stöhnen, wenn naturwissenschaftliche Phänomene im Unterricht erklärt werden. Aber Schule muss nicht immer langweiliger Frontalunterricht sein.

„Eine Mondfinsternis kann auch in einem Rollenspiel erklärt werden, indem die Schüler sich als Planeten kreisend um einander bewegen“, sagt Hans-Günther Sauer, Projektleiter und Lehrer der Gesamtschule Geistal.

Rund 120 Lehrer beteiligt

Kompetenzorientierter Unterricht heißt das Zauberwort. Lernen durch Anfassen, Ausprobieren und Erfahren. Rund 120 Lehrer aus zwölf Schulen des Schulaufsichtsbezirks Hersfeld-Rotenburg/Werra-Meißner haben sich an dem Projekt „Kompetenzorientierter Unterricht in Mathematik und Naturwissenschaften“ beteiligt. In den vergangenen zwei Jahren entwickelten die Pädagogen Unterrichtsmaterialien, Arbeitsblätter, Modelle und Diagnosebögen. Mit den Diagnosebögen können Schüler ihr Wissen kontrollieren und auf Lücken überprüfen. Anschließend können die Schüler ihr fehlendes Wissen mit Fördermaterialien selbständig aufarbeiten.

Basteln im Matheunterricht

Wie groß ist ein Kubikzentimeter? Diese Frage lässt sich leicht mit einem entsprechenden Würfel beantworten. Um den Schülern Abstraktes leicht verständlich beizubringen, werden beispielsweise Körper im Mathematikunterricht gebastelt.

„Ziel der neuen Unterrichtsform ist es, die Jugendlichen auf die geplanten und verbindlichen Bildungsstandards vorzubereiten“, sagt Sauer. Der Lehrer hat das Projekt koordiniert, an dem auch drei Hersfelder Schulen teilgenommen haben. Zusätzliche Tipps erhielten die Lehrer von Ralf Hepp von der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. Hepp lehrt am Lehrstuhl für Schulpädagogik und Didaktik. In seinem Vortrag „Heterogenität – Unterschiede nutzen, Gemeinsamkeiten stärken“ stellte er verschiedene Methoden für den aktiven Unterricht vor.

Voller Erfolg

Das Projekt war für die teilnehmenden Schulen ein voller Erfolg: „Nicht nur die Unterrichtsform, auch die Kommunikation unter den Schulen hat sich durch die gemeinsame Arbeit verbessert“, freut sich Projektleiter Hans-Günther Sauer.

Von Alia Shuhaiber

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