Landwirtschaftsserie: Die Erdbeer-Ernte leidet unter dem Regen der vergangenen Tage

Erdbeer-Ernte bereitet auch Lothar Daube Sorgen

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Frisch vom Feld: Kreisbauernverbands-Geschäftsführerin Anke Roß, Landwirt Lothar Daube und Helferin Svenja Brosig freuen sich über die frisch gepflückten Erdbeeren.

Sorga. Das Regenwetter der vergangenen Tage macht Erdberbauer Lothar Daube aus dem Bad Hersfelder Stadtteil Sorga gleich in doppelter Hinsicht Sorgen.

Denn durch die Nässe neigen nicht nur die roten Früchte zu Schimmel und Fäule, auch die Kunden trauen sich aus Angst vor Schauern nicht aufs Feld. Die Selbstpflpücker machen aber in der Saison den größten Teil des Geschäfts aus. Zwar beliefert der Familienbetrieb auch Läden und Großhandel – „bis es bei uns losgeht, werfen die Anbauer im Badischen aber schon ihre Reste auf den Markt und die Preise sind im Keller“, erklärt der Landwirt.

Vor 38 Jahren haben Daubes Eltern, die heute noch im Betrieb mitarbeiten, mit dem Erdbeer-Anbau begonnen. Auf fünf Hektar Fläche gedeihen die roten Früchte. Die Pflege der Erdbeerkulturen sei sehr arbeitsintensiv, erläutert der Landwirt. Die jungen Erdbeerpflanzen werden maschinell in Reihen gesetzt. Entscheidend sei, dass die Fläche zu diesem Zeitpunkt möglichst unkrautfrei ist. In den beiden darauffolgenden Jahren tragen die Pflanzen Früchte. Acht Jahre sollten anschließend nach Möglichkeit dazwischenliegen, bis auf der Fläche wieder Erdbeeren gepflanzt werden.

Weil die Felder für die Kunden mit dem Auto gut erreichbar sein sollen und die Pflanzen Böden mit Staunässe nicht vertragen, schränke das die Flächenauswahl ein.

Hier wachsen sie: Lothar Daube begutachtet die Erdbeerpflanzen, die zahlreiche reife Früchte tragen.

Daube tauscht deshalb regelmäßig seine Felder mit einem anderen Landwirt aus dem Ort. Gegen Staunässe und die Gefahr von Wurzelfäule helfe das Lockern des Bodens mit dem Tiefengrubber. Da die Pflanzen sehr empfindlich reagieren, sei der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln nur äußerst begrenzt möglich. Bei Pflege und Unkrautbekämpfung sei deshalb viel Handarbeit gefragt. „Das ist natürlich sehr kostenintensiv“, erklärt Lothar Daube.

Gleiches gilt, wenn die Früchte durch zu viel Nässe zu schimmeln oder faulen beginnen. Dann müsse die Lohnpflücker-Kolonne anrücken und die befallenen Beeren absammeln, damit sich die Pilzsporen nicht weiter ausbreiten.

„Regen ist für das Wachstum gut, am besten natürlich nachts“, scherzt Daube. Denn Erdbeeren und Sonne – das gehöre für viele Verbraucher einfach zusammen. Drei Euro pro Kilogramm zahlen die Kunden für die selbstgepflückten Früchte am Wohnawagen, der wie eine überdimensionierte Erdbeere dekoriert ist. Dort bietet die Familie auch Produkte aus Holunder- Johannes- und Aroniabeeren, die ebenfalls auf den Feldern wachsen, an.

Ende Mai oder Anfang Juni beginnt in Sorga die Erdbeersaison, die dank verschiedener angebauter Sorten – je nach Wetterlage – bis Mitte Juli dauert.

Selbstpflücken ist in dieser Zeit jeden Tag möglich: Montags bis Samstags von 8 bis 17 Uhr, Sonntags von 8 bis 11 Uhr. (jce)

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