Sonne und Donnerwetter

Kai A. Struthoff

So was erlebt man als Journalist nicht alle Tage! Da kommt ein Minister auf Sommerreise vorbei, fährt auf Kosten der Steuerzahler über Land und will ein paar nette Grinse-Fotos für die Zeitung – aber stattdessen bekommt er gehörig die Leviten gelesen.

So erging es FDP-Justizminister Jörg-Uwe Hahn bei seinem Besuch bei dem Hersfelder Unternehmer Heinrich Leist vor einer Woche. In aller Deutlichkeit sagte Leist dem Minister seine Meinung und artikulierte dabei in seiner Eigenschaft als IHK-Regionalchef die Sorgen und Nöte einer ganzen Region, die Hahn bislang - nach eigenem Bekunden - für eine „Zone der Freude“ gehalten hatte.

Hoffentlich sind nicht alle unsere Landespolitiker so ahnungslos, denn trotz der momentan brummenden Konjunktur und guter Arbeitsmarktdaten stehen für die Zukunft dunkle Wolken über Waldhessen.

Die örtlichen Probleme vor allem mit dem demografischen Wandel kennt natürlich auch Hahns Parteifreund Thomas Fehling ganz genau. Trotzdem bekam der FDP-Bürgermeisterkandidat Leists Donnerwetter gleich mit ab. Dumm gelaufen! Fehling hat es nicht leicht mit seiner Partei, die derzeit weder landes- noch bundespolitisch zur Ehre gereicht. Vielleicht lag es daran, dass Fehling bei seinem Wahlkampfauftakt mit keinem Wort seine liberale Gesinnung oder die FDP erwähnte. Nur die gelben Werbekugelschreiber ließen Rückschlüsse auf die politische Farbenlehre zu. Unterdessen werden die Festspiele zum Wahlkampfthema Nummer 1. Nach Martin Gröll präsentierte auch Thomas Fehling seine Überlegungen zur Zukunft des Ruinen-Theaters, und auch er machte dabei einige interessante, diskussionswürdige Vorschläge. Ob freilich seine Idee eines erfolgsabhängigen Gehalts für den Intendanten bei diesem auf viel Gegenliebe stoßen wird, mag bezweifelt werden. Wie sagte doch Holk Freytag so schön: Wer immer nur dem Publikum hinterherläuft, der wird auch immer nur dessen Hintern sehen.

Die Ferien sind zu Ende. Der Sommer pausiert. . Immerhin hatten wir dank Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, ganz viel Sonne, Strand, Berge und den Hauch der großen weiten Welt in unserer Zeitung. Unsere Ferienfoto-Aktion war ein voller Erfolg.

Wir sind überrascht und gerührt, wohin Sie Ihre Hersfelder Zeitung überall mitgeschleppt haben – sogar auf die höchsten Berge! Für uns ist das ein Beweis von echter Verbundenheit. Dafür sagen wir herzlichen Dank! Struthoff@hersfelder-zeitung.de

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