Englisches Folk-Duo Black Feathers startet Deutschlandtour mit viel Applaus im Buchcafé

Songs aus tiefster Seele

Versunken im Banne der Musik: Sian Chandler und Ray Hughes sind das Folk-Duo „Black Feathers“, das am Donnerstagabend mit einem grandiosen Konzert im Buchcafé seine Deutschland-Tour eröffnete.

Bad Hersfeld. Es war ein Abend voller Premieren: Noch nie waren Sian Chandler und Ray Hughes in Deutschland, viele ihrer neuen Songs spielte das britische Folk-Duo „Black Feathers“ erstmals vor Publikum. Vor dem Konzert verdrücken die beiden das erste echt waldhessische Schnitzel, und zum ersten Mal hat der Freundschaftsverein „Friends of Malmesbury“ musikalische Botschafter aus der Heimat von Stiftsgründer Lullus zu einem grandiosen Konzert ins Buchcafé nach Bad Hersfeld geholt.

Entstanden war der Kontakt zu dem beiden sympathischen Musikern bei der Reise der Ulli-Meiß-Chöre nach Malmesbury im Oktober, wo sie gemeinsam in der alten Abtei aufgetreten waren. Der Vorsitzende des Freundschaftsvereins, Dr. Sigmar Gleiser, hatte den Kontakt zum Buchcafé hergestellt und konnte am Donnerstagabend die Sänger in perfektem Queens-English herzlich in Bad Hersfeld begrüßen.

Zwei Stimmen, eine Gitarre

Allein die Gitarre von Ray Hughes und die beiden perfekt harmonierenden Sopran- und Tenorstimmen der beiden jungen Musiker tragen die gefühlvollen Mischung aus britischem Folk, amerikanischem Rock und keltischen Einsprengseln. In der Tradition von Straßenmusikanten ziehen die „Black Feathers“ allein mit ihrem Manager und Fahrer durch Europa.

„Mein Ehemann Ray hat immer so verrückte Ideen, ohne Geld durch fremde Länder zu reisen“, erzählte Sian. In Bad Hersfeld waren die drei in der Jugendherberge abgestiegen, denn ihr weniges Geld geben sie lieber für neue Gitarren als für Luxus aus. Die Investition lohnt sich, denn schon nach den ersten Akkorden hatten die „Black Feathers“ die Gemüter der rund achtzig Zuhörer im Buchcafé umschmeichelt.

Immer wieder zupft Sian Chandler an ihrem Elfen-Gewand, ihr rotes Haar glänzt im Scheinwerferlicht, das Mikrophon hält sie fest umklammert. Meist singen sie mit geschlossenen Augen, nur ab und an tauschen die beiden innige Blicke, ein verliebtes Lächeln und zaubern dabei ihre wunderbar-gefühlvollen Lieder scheinbar aus tiefster Seele. Ihre Songs handeln von komplizierten Liebesbeziehungen, von der „Flasche Jack, die abends unten am Fluss“ getrunken wird, oder dem alten Mann, ihrem Freund, dessen Tod ein Loch in ihrem Leben hinterlässt. Meist setzen die „Feathers“ auf Eigenkompositionen, die sie gemeinsam schreiben, und über die sie „manchmal streiten“.

Von Dylan bis Gaga

Doch auch Cover-Songs von Bob Dylan oder sogar Lady Gaga finden Eingang in das rund 90-minütige Programm. Ein Höhepunkt ist dabei die eigenwillige Interpretation von Norman Greenbaums Oldie „Spirit in the Sky“, dem sie zu neuen Höhen verhelfen.

Nach drei Zugaben und viel Applaus verspricht Ray Hughes: „Wir kommen wieder, wenn das Buchcafé umgezogen ist“.

Das begeisterte Publikum nimmt sie gern beim Wort.

Von Kai A. Struthoff

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