Ernteertrag lag ein Viertel unter dem Durchschnitt

Sommergetreide kann Bilanz nicht retten

Hersfeld-Rotenburg. Das Ertragsniveau der Ernte liegt in diesem Jahr deutlich unter dem Durchschnitt: Kreisbauernverbandsvorsitzender Friedhelm Diegel schätzt, dass die Landwirte in Waldhessen etwa ein Viertel weniger ernten konnten als im Vorjahr.

Etwa 300 landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe und 1200 Nebenerwerbsbetriebe gibt es im Kreis Hersfeld-Rotenburg. Beim Getreideanbau mussten alle Federn lassen. Wintergerste und Winterweizen mussten aufgrund der Frostschäden im Frühjahr zu großen Teilen umgebrochen und neu ausgesät werden. Das hatte nicht nur Ernteausfall, sondern auch zusätzliche Kosten für das Saatgut zur Folge. Saatgut wurde schließlich sogar knapp. Kreislandwirt Horst Taube zum Beispiel musste nach eigenen Angaben über ein Drittel der Fläche neu bestellen. Allein der Winterroggen hat den Frost gut überstanden, sagt Taube.

Mit der Ernte des Sommergetreides sind die Landwirte dagegen überwiegend zufrieden. Es habe so gut wie lange nicht mehr gestanden, erklärte Diegel. Hätte man dies im Frühjahr geahnt, hätte noch viel mehr Fläche neu ausgesät werden müssen. Viele Bauern hätten die Reste des Wintergetreides stehen lassen in der trügerischen Hoffnung, dass es doch noch gut wächst.

Grünland hat sich auf einigen Flächen offenbar prächtig entwickelt: Landwirt Hans-Jürgen Heckmann, der den Almushof zwischen Bosserode und Richelsdorf bewirtschaftet, sagt: „Wir wissen nicht, wohin mit dem Zeug.“ Die Bunker seien voll.

Probleme haben die Tierhalter: Sie müssen zum Teil Futter zukaufen. Außerdem leiden sie unter steigenden Energiekosten und dem Druck des Lebensmittelmarktes. Das gilt für Schweine- und Geflügelmastbetriebe ebenso wie für Milchviehhalter. Nicht wenige geben auf, berichtet Verbandsvorsitzender Diegel.

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Von Silke Schäfer-Marg

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