Gewerkschaft IG BCE: Performance Fibers will 50 Beschäftigte ausgliedern

Sollen die Handwerker raus?

Von oben: Ein Blick auf das Betriebsgelände von Performance Fibers aus der Vogelperspektive. Foto: Reymond/Ar

Bad Hersfeld. Nach Gewerkschaftsberichten beabsichtigt der Faserhersteller Performance Fibers am Standort Bad Hersfeld einen Bereich von 50 Mitarbeitern, darunter sämtliche Handwerker, auszugliedern. Darüber würden bereits Verhandlungen mit dem Personaldienstleister ABB geführt.

Gegen dieses Vorgehen kündigt die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE) energischen Widerstand an.

Angst vor Schrumpfkurs

„Die Firma am Standort Bad Hersfeld ist in den vergangenen Jahren mehrfach verkauft worden. Immer zu Lasten der Beschäftigten. Damit muss endlich Schluss sein. Die IG BCE-Mitglieder haben bei ihren Einkommen seit Jahren Einschnitte hingenommen, um den Standort Bad Hersfeld zu sichern“, sagt Hans Schweinsberg, stellvertretender Bezirksleiter der IG BCE in Nordhessen. Bei den Mitarbeitern gehe derzeit die Angst um.

Sie fürchten, dass mit einer weiteren Ausgliederung und der weiteren Schrumpfung der Belegschaft der Standort endgültig in Gefahr gerate. Das sei ein zentraler Grund, warum Gewerkschaft und Betriebsrat gegen die Ausgliederung von qualifizierten Handwerkern seien.

„Wir werden uns mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln gegen eine Abspaltung und einen Betriebsübergang wehren“, so der Gewerkschafter.

Zur weiteren Absicherung fordert die IG BCE umgehend Verhandlungen über einen Interessensausgleich und einen Sozialplan aufzunehmen.

Die IG BCE geht davon aus, dass der Standort- und Beschäftigungssicherungsvertrag, der 2010 mit Zustimmung der Tarifvertragsparteien abgeschlossen wurde und bis zum Ende des Jahres 2011 gilt, eingehalten wird.

Lösung suchen

Performance Fibers-Geschäftsführer Rob ten Cate räumte gestern Abend ein, dass es derzeit interne Analysen gebe. „Es gibt insgesamt 15 Arbeitsgruppen. Der komplette Technical Service wird überprüft. Dabei ist auch ABB mit im Boot. Es wird also keinerlei Vorgaben von außen geben. Die Meister und Schichtführer selbst erheben die Daten und es wird ihnen nichts übergestülpt“, sagte ten Cate. Sollte sich eine Ausgliederung als vernünftige Lösung erweisen, dann würde sie auch kommen. Letztlich gehe es um die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens, erklärte der Geschäftsführer.

Von Mario Reymond

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