Projektwoche der Gesamtschule Geistal zum Thema „Cybermobbing“

Per Smartphone bloßgestellt

Stopp, bis hierhin und nicht weiter: Gewaltprävention an der Gesamtschule Geistal mit Sascha C. Rudat. Foto: Junghanns

Bad Hersfeld. Immer mehr junge Menschen besitzen ein Smartphone, und der Einstieg in die neue Vielfalt der Kommunikation beginnt immer früher – mit allen Begleiterscheinungen, darunter auch negativen.

Stichwort „Cybermobbing“: Wenn peinliche Fotos, verletzende Spitznamen und intime Ereignisse über die Netzwerke öffentlich gemacht werden, dann ist das für die Bloßgestellten kein Spaß mehr. „Das ist ein gesellschaftliches Problem, mit dem wir dann auch in der Schule konfrontiert werden“, sagt Andrea Zimmermann, Leiterin der Gesamtschule Geistal. Denn beim „Cybermobbing“ sind die Grenzen zwischen Schule und Daheim fließend, zudem ist hier wie da eine lückenlose Kontrolle kaum möglich.

„Doch wir haben das Thema aufgenommen und uns damit auseinander gesetzt,“ weist Zimmermann auf eine Projektwoche der Siebtklässler hin, die in Vorträgen und Workshops Reaktionen auf derartige Vorfälle ergründet haben.

„Dabei ging es um Aufklärung, Sensibilisierung und Handlungsmöglichkeiten,“ fügt Mitorganisatorin Ute Junghanns hinzu, die von der Projektwoche einen vorbeugenden Effekt erwartet hat.

Fachleute dabei

Die Workshops standen unter der Leitung von Fachleuten wie Frank Müller von der Polizei Bad Hersfeld und Dirk Rudolph vom Medienzentrum Eschwege.

So wurden im Workshop zum Thema „Was tun bei Cybermobbing?“ rechtliche Grundlagen sowie Handlungsmöglichkeiten Betroffener erarbeitet. Soziale Netzwerke, das Preisgeben von persönlichen Informationen, aber auch die Geschäftsbedingungen diverser Plattformen und deren Bedeutung waren Gegenstand eines weiteren Workshops. Begleitend lasen die Schülerinnen und Schüler den Jugendroman „Geil, das peinliche Foto stellen wir online!“

In die Projektwoche integriert war auch ein dreistündiges Gewaltpräventionstraining, das die einzelnen Klassen unter Anleitung von Studienreferendar Sascha Rudat, einem zertifizierten Gewaltpräventions- und Selbstverteidigungstrainer, absolvierten. In diesem Workshop wurden potentielle Selbstverteidigungsszenarien nachgestellt und Reaktionsmöglichkeiten eingeübt.

Insgesamt zeigten die kritischen Reflexionen der Schülerinnen und Schüler durchweg Offenheit für die sensible Thematik. Am Ende der Woche waren sie sich auch über die Tragweite des Missbrauchs von Onlinedaten und Profilen im Netz bewusst, so Jutta Braun, die Teamleiterin des 7. Jahrgangs. (ks/red)

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