Wie Bürger und Verwaltung von dem Projekt profitieren sollen

Smart City: Bad Hersfeld als Stadt der Zukunft

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So sieht das Cockpit aus: Bisher sind nur wenige Informationen einsehbar, wie Temperatur- und Lärmmessungen oder die Zahl freier Parkplätze.

Bad Hersfeld. Auf Wegen aus Solarmodulen radeln, freies WLAN aus der nächsten Straßenlaterne: Was nach Zukunftsmusik klingt, kann in Bad Hersfeld schon bald Realität werden. Die Entwicklung der Stadt zur Smart City ist ein zentrales Projekt von Bürgermeister Thomas Fehling.

Was bedeutet der Name Smart City? 

Smart City kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt so viel wie kluge oder schlaue Stadt. Als Projekt steckt die Idee dahinter, mit moderner Technologie einerseits Bürgern neue Angebote im Alltag machen zu können und mehr Service zu bieten, andererseits sollen in der Verwaltung Vorgänge optimiert werden.

Was verändert sich in der Kreisstadt? 

An vielen Stellen werden Daten gesammelt und gebündelt. Wo ist es wann wie voll, wie laut oder wie warm? Wo wird Energie verbraucht? Das wird gemessen und so ausgewertet, dass nützliche Schlüsse gezogen werden können.

Wie profitieren die Bad Hersfelder und ihre Gäste von der Smart City? 

Die Bürger erhalten mehr Informationen und Service. Das moderne Parkleitsystem zeigt schon jetzt an, wie viele Parkplätze wo noch frei sind. Aktuell wird an der Technikerschule an einer App gearbeitet, mit der Bürger Straßenlaternen bei Bedarf anschalten können. Profitieren können auch Festspielgäste. Wer wissen will, ob er für die Aufführung im luftigen Abenddress oder doch lieber im dicken Pulli kommen sollte, kann die aktuelle Temperatur in der Stiftsruine abrufen. Das sind nur einige der vielen Projekte, die in einer Smart City möglich sind.

Wo findet man die Informationen? 

Unter badhersfeld.urbanpulse.de gibt es eine Art Cockpit, auf dem die Daten graphisch aufbereitet zu sehen sind. Der Besucher erfährt hier auf einen Blick, wo Parkplätze frei sind, wie warm es in der Stiftsruine ist oder wie viel Strom in städtischen Gebäuden verbraucht wird. Im Anfangsstadium sind das allerdings bislang nur wenige Beispiele, die für das stehen, was in Zukunft zusammengetragen wird. Geplant ist, dort aktuell über Baustellen und damit mögliche Verkehrsbehinderungen zu informieren.

Wie profitiert die Verwaltung? 

Gesammelte Daten sind eine begehrte Handelsware. Für Auswertungen des Verkehrsaufkommens oder aktuelle Störungsmeldungen zahlen Auto- und Navientwickler. Das Energiemonitoring, also eine ständige Beobachtung des Energieverbrauchs in städtischen Gebäuden, bringt finanzielle Einsparungen. Davon profitiert letztlich auch der Bürger. Durch Mehreinnahmen der Stadt soll er von Gebühren- oder Steuererhöhungen verschont bleiben.

Was kostet das Projekt Smart City? 

Weil viele Projekte über den Status der Idee noch nicht hinaus sind, lässt sich kein Wert beziffern. Für das laufende Haushaltsjahr sind 200 000 Euro eingeplant.

Wie steht es um den Datenschutz? 

In diesem Bereich ist vieles ungeklärt, was die Verantwortlichen auch wissen. Sie versprechen, keine personalisierten Daten weiterzugeben oder zu veröffentlichen. (lad)

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