Parteien im Landkreis Hersfeld-Rotenburg sind von gutem Abschneiden nicht überrascht

Skepsis und Ablehnung gegenüber der AfD

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Hersfeld-Rotenburg. Das gute Abschneiden der Alternative für Deutschland bei der Kommunalwahl hat die anderen Parteien im Kreis Hersfeld-Rotenburg nicht überrascht. Eine Zusammenarbeit mit der AfD sehen ihre Spitzenkandidaten zumindest skeptisch.

Laut Trendergebnis der Wahl zum Kreistag kommt die AfD auf 13,1 Prozent der Stimmen. An dem grundsätzlichen Abschneiden als drittstärkste Partei im Kreis wird sich wohl nichts Grundlegendes mehr ändern. Das Endergebnis der Kreiswahl dürfte nur noch um etwa einen Prozentpunkt variieren, heißt es aus dem Kreiswahlamt.

Der AfD-Spitzenkandidat Gerhard Schenk zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden. Zwar habe das Flüchtlingsthema der Partei viele Wähler gebracht, andere Themen seien aber genauso wichtig. Die AfD wolle ihr Programm auf Kreisebene herunterbrechen. Dabei gehe es allein um Sachargumente, betont Schenk: „Wo sich unsere Position mit der anderer deckt, werden wir konstruktiv mitarbeiten, soweit wir nicht als Paria geschnitten werden.“

Genau das könnte gerade vonseiten des linken Parteienspektrums der Fall sein. Kaya Kinkel (Grüne) sieht für eine Zusammenarbeit aufgrund der „grundsätzlich menschenverachtenden Einstellung“ der AfD keine Grundlage, und Hartmut Thuleweit (Linke) bezeichnet die Partei als „riesen Gefahr für die Demokratie.“

Selbst Timo Lübeck (CDU) schließt eine Zusammenarbeit aus. Die AfD sei mit platten Parolen und ohne kommunalpolitisches Programm angetreten. Etwas zurückhaltender äußert sich Torsten Warnecke (SPD): „Wir sind gespannt, was die AfD kommunalpolitisch überhaupt will.“

Werner David (FDP) hingegen will die AfD-Leute im Kreis nicht mit der Parteispitze über einen Kamm scheren und ihnen eine Chance geben. Jörg Brand (FWG) betont, es komme immer auf die Sachfrage an. Die AfD stehe auf dem Boden des Grundgesetzes. (mcj)

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