Lärmgeplagte Anlieger der Ortsdurchfahrt Sorga hoffen auf politische Unterstützung

„Situation hier ist Mist“

Die Bürgerinitiative „Ruhiges Hersfeld“ hatte den SPD-Bundestagsabgeordneten Michael Roth (Dritter von links) zum Ortstermin nach Sorga eingeladen. Heinrich Fischer (Dritter von rechts) und seine Mitstreiter setzen sich seit langem für ein ganztägiges Verbot von Schwerlastverkehr auf der Hauptstraße und für eine Ortsumgehung ein. Foto: Maaz

Bad Hersfeld. Den Kampf gegen den Lärm geben sie nicht auf: Schon seit Jahren setzen sich einige Anlieger der Sorgaer Hauptstraße (B 62) für eine Verminderung und Vermeidung des Verkehrslärms ein (HZ berichtete). Zu einem Ortstermin hatten sie jetzt den SPD-Bundestagsabgeordneten Michael Roth eingeladen. Auf dem Grundstück von Heinrich Schüler an der Ortsdurchfahrt konnte sich Roth ein Bild von der Situation machen. „Das Problem liegt vor uns“, sagte Heinrich Fischer und zeigte auf die Straße.

„Das ist hier Mist“, befand auch Roth, der sein Gespräch mit den Vertretern der Bürgerinitiative „Ruhiges Hersfeld“ wegen des Lärms durch vorbeirollende Lkw immer wieder unterbrechen musste. Der Politiker lobte auch den Einsatz der Bürger, die „nicht nur meckern, sondern versuchen, etwas zu ändern“. Gleichwohl gab er zu bedenken, dass „wir alle häufig mit dem Auto die Sorgaer Hauptstraße benutzen“.

Der Bürgerinitiative geht es aber in erster Linie nicht um die vielen Autos, die täglich den Ort passieren, sondern um die Lkw – von denen viele die Ortsdurchfahrt Sorga nutzten, um Autobahnmaut zu sparen.

Fahrverbot und Umgehung

An zwei Lösungsvorschlägen halten die Anlieger fest. Zum einen könne ein ganztägiges Fahrverbot für Lastwagen ab zwölf Tonnen den Lärm zumindest mindern. Einen entsprechenden Beschluss habe die Stadtverordnetenversammlung im August 2011 gefasst, noch wurde das Verbot aber nicht umgesetzt. Es gilt nur ein Nachtfahrverbot. Ganz zum Erliegen würde ein Schwerlast-Fahrverbot den Lkw-Verkehr freilich nicht bringen, da es nicht für so genannten Ziel- und Quellverkehr gilt.

Zum anderen wünschen sich die Anlieger weiterhin eine Ortsumgehung. Die könnte ihrer Meinung nach oberhalb Sorgas verlaufen und wäre einfach umzusetzen. Pläne für eine Ortsumgehung habe es bereits vor 50 Jahren ergeben, erinnern die langjährigen Anlieger um Heinrich Fischer. 1992 sei die Ortsdurchfahrt Sorga dann aber von der Liste der Projekte mit vordringlichem Bedarf im Bundesverkehrswegeplan gestrichen worden. Ein vordringlicher Bedarf soll nun noch einmal angegangen werden.

„Wir haben immer Pech gehabt“, fühlen sich die Sorgaer in Sachen Verkehrslärmverminderung und -vermeidung übergangen. Michael Roth wollte realistisch und ehrlich sein, er bezeichnete vor allem den Weg zu einer Ortsumgehung als „steinig und schwer“, nicht zuletzt wegen leerer Kassen bei Land und Bund. Er wolle aber – als Hausaufgabe – in Wiesbaden wegen des Fahrverbots nachhaken und sich beim Bundesverkehrsministerium erneut nach einer möglichen Ortsumgehung zu erkundigen.

Roth war im Übrigen nicht der erste und einzige Politiker, den die Initiative eingeladen hat. Auch andere waren schon da und sollen noch kommen. Viel versprechen sich die Anlieger von solchen Besuchen zwar nicht, aber die Hoffnung, dass sich doch noch etwas tut, geben sie nicht auf. Demnächst soll ein Termin der Stadt mit dem hessischen Verkehrsminister stattfinden. Außerdem sei ein Antrag von Stadt und Hessen Mobil „in Bearbeitung“.

Von Nadine Maaz

Kommentare