Konzert der Obersberg-Chöre soll im kommenden Jahr die Kontakte zur Geburtsstadt von Lullus vertiefen

Singende Botschafter für Malmesbury

Ray Sanderson in Aktion: Im Hintergrund Lehrerin Susanne Exner. Foto: Struthoff

Bad Hersfeld. Die Kontakte zu Malmesbury, der englischen Geburtsstadt des Hersfelder Stadtgründers Mönch Lullus, werden enger. Bereits zum zweiten Mal hat der frühere Bürgermeister und aktive Kommunalpolitiker Ray Sanderson das Lullusfest besucht.

„Die Menschen und die politischen Gremien in unserer Stadt wünschen sich einen intensiven Kontakt zu Bad Hersfeld, denn das Interesse an Lullus und seiner Geschichte ist bei uns groß“, sagte Sanderson bei einem Treffen des Freundeskreises Malmesbury-Bad Hersfeld, das gestern an der Modellschule Obersberg stattfand. Treibende Kraft hinter dem Freundeskreis ist Dr. Sigmar Gleiser. Der gebürtige Hersfelder hat mit viel persönlichem Engagement und Reisen nach England die Kontakte zu Malmesbury hergestellt und hofft nun auf eine Vertiefung, die möglicherweise in einer offiziellen Städtepartnerschaft münden könnte. „Unsere Stadt ist immerhin die Einzige in Deutschland, die von einem Engländer gegründet wurde“, sagte Gleiser.

Teilnehmer an dem Treffen waren neben Bürgermeister Thomas Fehling und 1. Stadtrad Dr. Rolf Göbel auch Jürgen Overweg als Vertreter der Rotarier, die Lehrer Susanne Exner (Wilhelm Neuhaus Schule), Harald Gebauer (Geistalschule), Chorleiter Ulli Meiß und MSO-Schulleiter Carsten Backhaus. Die Lehrer sind sehr daran interessiert, Schüler-Kontakte und Austauschbesuche zu initiieren. Die Rotarier setzen sich seit jeher für Völkerverständigung ein. „England ist uns sehr nah, aber die Kontakte können noch vertieft werden“, sagte Overweg, der hofft, dass die politischen Gremien in Bad Hersfeld von einer Partnerschaft überzeugt werden können.

Zurückhaltender äußerte sich das Bürgermeister Fehling. „Eine Städtepartnerschaft muss von der Bevölkerung und nicht allein von den politischen Verantwortlichen gewollt und auch getragen werden“, sagte er auch mit Blick auf die bereits bestehenden Partnerschaften, die ebenfalls intensiviert werden sollen. Fehling plädierte für eine „Roadmap“, eine Art Fahrplan, der das Interesse an Kontakten nach England ausloten soll.

Ein erster Schritt soll ein Konzert der Obersberg-Chöre in der ersten Jahreshälfte sein. Die jungen Sänger unter Leitung von Ulli Meiß könnten in der Malmesbury Abbey, dem britischen Pendant zur Stiftsruine, auftreten. Begleitet werden sollen die musikalischen Botschafter Bad Hersfelds von einer Delegation der Rotarier und Vertretern des öffentlichen Lebens aus Bad Hersfeld.

Es dürfte eine lustige Reise werden, denn obwohl Malmesbury nur 5000 Einwohner hat, gab es dort einst bis zu 64 Pubs – und heute immer noch 14.

Von Kai A. Struthoff

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