Studierende aus dem Kreis zum Uni-Ansturm

Sie sind froh, keine Anfänger zu sein

Andreas Börner

Hersfeld-Rotenburg. Sie sind erleichtert, dass die ersten Semester hinter ihnen liegen. Studierende aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg befürchten ein noch größeres Gedränge in Hörsälen und Mensen, wenn zum nächsten Wintersemester doppelte Abiturjahrgänge an die Unis strömen. Für die Studienanfänger befürchten sie Schlimmes.

Andreas Börner aus Braach studiert in Kassel im dritten Semester Mathematik und Politik für das Lehramt in der Sekundarstufe II – ein Bachelor-Studiengang. Schon jetzt sei es schwierig, Plätze in allen Seminaren zu ergattern, die man belegen muss, weiß er. „Wir älteren Semester haben es besser als Anfänger, weil die, die im Studium weiter sind, bei der Belegung Vorrang haben,“ sagt er. Die Seminare seien schon jetzt überfüllt. In Räumen, die für 20 Studierende ausgelegt seien, drängten sich bis zu 50.

Schon jetzt erlebt Tom Eifert die Uni Kassel oft als „rappelvoll“. Der Heinebacher studiert im fünften Semester Informatik und befürchtet, dass noch mehr Vorlesungen und Seminare in die Abendstunden verlegt werden, weil sonst keine Räume mehr frei sind. Direkt betroffen fühlt sich Tom nicht von dem erwarteten Andrang, weil die Veranstaltungen der höheren Semester nicht so stark frequentiert sind.

Ähnlich geht es Lukas Fischer aus Rotenburg, der Elektrotechnik in Kassel studiert. Sein Fach wird erfahrungsgemäß nur anfangs gut besucht, etwa die Hälfte der Studierenden orientierten sich nach einem Semester um. Die Elektrotechniker und die Informatiker sind in ein Gebäude an der Wilhelmshöher Allee ausgelagert. Richtig voll werde es nur in Veranstaltungen, die von Studenten beider Fachrichtungen besucht werden müssen, wie zum Beispiel Mathematik. Wenn da noch doppelte Abiturjahrgänge hinzukämen, könnte es sehr eng werden, befürchtet Lukas. Ein Platz in der Mensa sei schon heute nicht leicht zu bekommen.

Auch Julia Skrzyszowski aus Bad Hersfeld stellt fest, dass überfüllte Hörsäle an der Justus-Liebig-Universität Gießen schon jetzt keine Seltenheit sind. Sie studiert im siebten Semester das Lehramt an Grundschulen. „Vor allem in den Pflichtveranstaltungen sitzen die Studenten regelmäßig auf den Treppenstufen“, erzählt sie. Da die Universitäten durch diverse Einsparungen jetzt schon keine ausreichenden Kapazitäten haben, glaubt sie, dass sich die universitäre Ausbildung aufgrund der steigenden Studentenzahlen verschlechtern wird. „Ich bin froh, dass ich mit meinem Studium fast fertig bin“, sagt die 22-jährige Studentin erleichtert. (sis/nsk)

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