Drohende Deckungslücken im Hersfelder Haushalt 2014 und im Etat Festspiele

Signal der Politik gefordert

Der Kloster-Krimi „Der Name der Rose“ steht auch im nächsten Jahr auf dem Spielplan der Bad Hersfelder Festspiele. Die Politik ringt derzeit um die Finanzierung. Foto: HZ-Archiv

Bad Hersfeld. Ein Signal der Politik fordert Bürgermeister Thomas Fehling für die künftige Finanzierung der Bad Hersfelder Festspiele. Konkret bedeutet dies, dass die Stadtverordnetenversammlung im Vorgriff auf den Haushalt 2014 einer Erhöhung des städtischen Zuschusses zustimmen soll, um den Spielplan des kommenden Jahres finanziell abzusichern.

Der Haupt- und Finanausschuss billigte eine entsprechende Vorlage des Magistrats gegen die Stimmen von FDP und NBL. Die CDU enthielt sich. Das letzte Wort hat die Stadtverordentenversammlung in ihrer Sitzung am kommenden Donnerstag.

Fehling tut sich schwer

Ausgangspunkt der Diskussion war ein vom Bürgermeister gefertigter Wirtschaftsplan der Festspiele, in dem auf der Einnahmenseite die tatsächlich erzielten Zahlen der vergangenen Spielzeit standen und die Kostenseite – vor allem beim künstlerischen Personal – entsprechend reduziert wurde. Unter dem Strich lag dieser Etat 440 000 Euro unter dem der Spielzeit 2013.

Intendant Holk Freytag war jedoch bei seinen Planungen – unter anderem eine Dramatisierung von „Die Wanderhure“ und das Musical „Kiss me, Kate“ – wie bisher von einem Etatvolumen von 5,08 Millionen Euro ausgegangen.

Weil die Verträge mit Regisseuren, Bühnenbildnern und Schauspielern jetzt geschlossen werden, bedurfte es der von Fehling verlangten politischen Willenserklärung. Aus seiner Skepsis machte der Bürgermeister keinen Hehl. „Ich tue mich schwer damit, denn ich weiß nicht, wie wir es finanzieren sollen“, stellte er fest und verwies darauf, dass bei der Aufstellung des Gesamthaushalts für 2014 ohnehin aktuell eine Deckungslücke von zwei Millionen Euro klafft. Durch eine Erhöhung des Festspiel-Zuschusses würde das Loch entsprechend größer werden.

„Es ist ja nicht so, dass wir draufsatteln“, machte Monika Schmidt (Grüne) deutlich, dass es nur um Planungssicherheit für die Festspiele gehe. Michael Bock (NBL) sah die Stadtverordneten dagegen „unter Druck gesetzt“. Gunter Grimm (CDU) verlangte, dass zumindest ansatzweise gesagt werden müsse, „wie wir das Loch stopfen wollen“.

Denn auch im laufenden Haushaltsjahr 2013 ist die Stadt nicht sorgenfrei: Zwar haben die Einnahmen bei der Gewerbesteuer mittlerweile das Ziel von 16,5 Millionen Euro erreicht, doch noch immer droht die Rückforderung eines Unternehmens über 1,5 Millionen Euro.

Von Karl Schönholtz

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