Baustelle Wehneberger Straße: Neue Verkehrsführung – lange Staus

Sieben kommen durch

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Stau, wohin man sieht. Selbst außerhalb der Stoßzeiten ruht der Verkehr im Vlämenweg eher, als dass er fließt.

Bad Hersfeld. Erst als er vor dem Sackgassenschild steht, merkt der Fahrer des Sattelzugs aus Polen, dass er hier nicht mehr weiter kommt. Er will zurücksetzen, doch inzwischen hat sich eine lange Fahrzeugschlange hinter ihm gebildet. Bis alle gemerkt haben, dass sie erst mal ein Stück zurück müssen, hat sich auch auf der Gegenfahrbahn ein kleiner Stau angesammelt. Dienstagmorgen, kurz nach 9 Uhr an der Kreuzung Dippelstraße/Wehneberger Straße.

Verwirrung groß

Seit gestern ist die Wehneberger Straße halbseitig gesperrt, die Verwirrung bei den Autofahrern groß. Der polnische Fernfahrer ist nicht der erste und längst nicht der letzte, der sich an diesem Morgen plötzlich mit einer Straßensperrung konfrontiert sieht.

Das liegt nicht etwa daran, dass er und seine Kollegen keine Verkehrsschilder lesen können. Es gibt gar keine. Zumindest für diejenigen Verkehrsteilnehmer nicht, die über die Hochbrücke und über den Schillerplatz kommen und durch die Wehneberger Straße in Richtung A7 weiterfahren wollen.

Ein paar Stunden später blockiert dann ein Baustellenfahrzeug die Abbiegespur in die Wehneberger Straße. Bauarbeiter der Firma Räuber stellen Warnbaken in der Dippelstraße auf, um die Rechtsabbiegerspur zu sperren.

Am Nachmittag ist die Beschilderung nachgerüstet. Der Kooperationspartner habe nicht, wie abgesprochen, rechtzeitig für eine aktuelle Wegweisung gesorgt, bedauert Martin Bode, Fachbereichsleiter Technische Dienste der Stadt.

Wer aus Richtung Marktplatz kommt, findet dort immerhin ein Schild, das ihn informiert, dass er nicht mehr links abbiegen kann. Er muss eine Schleife über Schillerplatz und Vlämenweg drehen, um die Homberger Straße zu erreichen. Dafür benötigt man aber Geduld, viel Geduld und reichlich Zeit. Denn schon in der Dippelstraße stehen Autofahrer, die am Schillerplatz nach links abbiegen wollen, im Stau. Im Seilerweg kommen noch diejenigen hinzu, die auch ohne Schilder wissen, wie sie fahren müssen – und natürlich der normale Verkehr in Richtung Klinikum.

Langsam, Meter für Meter

Durch den Vlämenweg geht es dann langsam, Meter für Meter, voran. Die neu eingerichtete Ampel an der Kreuzung Wehneberger Straße/Vlämenweg/Homberger Straße lässt gerade mal sieben Autos durch – wenn die Fahrer flott sind. Und es gibt nur eine Spur für Linksabbieger, Rechtsabbieger und Geradeausfahrer. Eine grüne Insel verengt hier die Fahrbahn. 20 Minuten dauere es vom Schillerplatz bis in die Homberger Straße, berichtet Wolfgang Matthé, der auf die Uhr gesehen hat.

Auch hier wurde noch im Laufe des Nachmittags nachjustiert, wurden die Ausfahrzeiten aus dem Vlämenweg verlängert, erklärt Bode. Er ist zuversichtlich, dass die Anfangsprobleme so schnell gelöst wurden.

Um den Staus und Umwegen zu entgehen, suchen Autofahrer nach Ausweichrouten. Anwohner der Straßen Am Frauenberg, Grüner Weg und Lambertstraße fürchten deshalb erheblich mehr Verkehr in den kommenden Monaten.

Von Christine Zacharias

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