Bewährungsstrafe nach aufgeflogenem Schwindel um teure Autositze

Sich selber ausgetrickst

Bad Hersfeld. Am Ende hatte sich der Angeklagte selbst ausgestrickst. Denn der von ihm inszenierte Schwindel um die angeblich gestohlenen Ledersitze seines Mercedes E 500 flog auf und brachte ihm jetzt vor Richter Elmar Schnelle am Bad Hersfelder Amtsgericht eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren ein, die zur Bewährung ausgesetzt wird.

Die Ehefrau des Oberaulaers, die ihren Mann beim Tricksen geholfen hatte, wurde zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je 20 Euro verurteilt.

Das Pärchen hatte am 30. Dezember 2006 seine Luxuskarosse auf dem Parkplatz des „Jägerhofs“ in Kirchheim abgestellt, war mit Freunden über Nacht nach Kassel gefahren und am Silvestertag zurückgekehrt. Da aber war am Mercedes eine Seitenscheibe eingeschlagen, und im Innern fehlten bis auf die Lehne der Rückbank alle Sitze.

Der offenbar fachmännische Ausbau und fehlende Beschädigungen machten zwar eine Polizistin stutzig, doch weitere Verdachtsmomente gegen die angeblich Geschädigten gab es nicht.

Auch die Kaskoversicherung des Oberaulaers hatte keinen Grund, die Schadensregulierung zu verweigern und zahlte rund 6700 Euro aus.

Alles passte perfekt

Per Internet-Inserat fand der spätere Angeklagte schnell Ersatz für die geklauten Sitze im gewünschten grauen Leder. 3900 Euro musste er bezahlen – alles passte perfekt, auch bei der Farbe gab es nicht den kleinsten Unterschied zu den geklauten Sitzen und der noch vorhandenen Rücklehne.

Das war auch kein Wunder: Denn wie sich später herausstellte und durch ein kriminaltechnisches Gutachten nachweisen ließ, handelte es sich bei den „gekauften“ Sitzen um die angeblich gestohlenen.

Diesen Trick hatte der Oberaulaer zuvor schon einmal in Gießen angewandt – mit Erfolg. Auch bei diesem Fall hatte die Versicherung gezahlt – 8500 Euro. Bestraft wurde er jetzt für beide Fälle.

Von Karl Schönholtz

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