Bad Hersfelder Festspiele: Pressestimmen zum Musical „Kiss me, Kate“

„Show, in der alles stimmt“

Gefeiert: Die beiden Ganoven (Thomas Schumann, links, und Max Gertsch, rechts) heizen dem angeblichen Schuldner Fred Graham (Thomas Borchert) ein. Foto: Landsiedel

Bad Hersfeld. Freundlich bis enthusiastisch sind landauf landab die Pressestimmen zum Bad Hersfelder Festspiel-Musical „Kiss me, Kate“. Von Begeisterung, „Musical aus einem Guss“ und einer „fulminanten Premiere“ ist da die Rede – nur der Kritiker der Giessener Allgemeine glaubt, einen „Tiefpunkt“ erlebt zu haben und steht mit dieser Wertung ganz alleine da.

„Hochklassige Sänger, spektakuläre Tanzszenen und ein großes klangliches Farbenspektrum des Festivalorchesters unter Leitung von Christoph Wohlleben“ hatte hingegen die Hessisch-Niedersächsischen Allgemeine HNA gesehen und gehört. Katharine Mehrling attestiert das Blatt für ihre Darstellung der Lilli Vanessi eine „umwerfende Bühnenpräsenz“ und die „herausragende Gesangsleistung des Abends“.

Unter der auf einen Liedtitel anspielenden Schlagzeile „Wunderbar“ stellt die Fuldaer Zeitung fest: „Die Qualität (...) festigt die Ausnahmestellung der Bad Hersfelder Festspiele“. „Kiss me, Kate“ sei eine „famose und fulminante Show, in der alles stimmt“, heißt es weiter, „ein Feuerwerk originell-witziger Ideen, dynamischer Tanzszenen, federnd-schwungvoller Ensembles und mitreißender Songs“.

„So muss Musical sein“, bilanziert der Rezensent des Göttinger Tageblatts, der eine Produktion gesehen hatte, „bei der alles bis ins kleinste Detail stimmt“. Regisseur Stefan Huber habe das Werk „ungeheuer präzise inszeniert“, lobt der Kritiker, der Thomas Borchert in der Rolle des Fred Graham eine „große Geste, starke Stimme und sehr viel Präsenz“ bescheinigt. Katharine Mehrling habe darüber hinaus „noch mehr Facetten und ein wenig mehr Tiefgang“ zu bieten.

Mehrling und Borchert „beeindruckten bei ihren Hersfeld-Debüts mit starken Stimmen und schauspielerischem Können und zeigten, dass sie Stars ihres Faches sind“, ist bei stern.de zu lesen. Stefan Huber habe „erneut überzeugt“, urteilt das Magazin, in dem er dem Broadway-Erfolg „einen eigenen Anstrich mit amüsanten zeitlichen und regionalen Bezügen“ gegeben habe.

Das alles steht im Widerspruch zur Meinung der Gießener Allgemeinen, die Glauben machen will, dass mit „Kiss me, Kate“ eine „Talsohle erreicht“ sei. In der Kritik heißt es: „Das polternde Getöse der Protagonisten verlangt Nehmerqualitäten“, und: „Menschen, die lustige Orchestermusik nicht mögen, sollten dieses Musical meiden“. (ks)

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