23-Jähriger wegen vielfachen Missbrauchs vor Gericht

Sex-Opfer alle aus dem Bekanntenkreis

Nentershausen/Fulda. Über einen Zeitraum von acht Jahren soll ein 23 Jahre alter Mann aus Nentershausen immer wieder Jungen im Kindes- und Jugendlichenalter sexuell missbraucht haben. Beim Auftakt des Prozesses gestern vor dem Landgericht Fulda kündigte sein Verteidiger, der Bielefelder Anwalt Dr. Holger Rostek, ein „umfassendes Geständnis“ an.

„Mein Mandant hat sich bereits in den Ermittlungen umfassend geständig gezeigt. Das wird er hier wiederholen“, sagte der Verteidiger. Das angekündigte Geständnis erfolgte dann allerdings unter Ausschluss der Zuhörer. Nach einem längeren juristischen Streit über die Frage der Öffentlichkeit des Verfahrens und die Verlesung der Anklage wurde der Prozess hinter verschlossenen Türen fortgesetzt.

Der 23-Jährige muss sich wegen sexuellen Missbrauchs und schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen verantworten. Die erste Tat soll 2003 stattgefunden haben, als der Angeklagte noch Jugendlicher war. Staatsanwalt Stephan Müller-Odenwald beschrieb 42 Fälle, in denen sich der Angeklagte nach Überzeugung der Anklagebehörde an Kindern und Jugendlichen verging. Die Opfer waren immer Jungen, und immer waren es Kinder oder Jugendliche aus seinem Bekanntenkreis, an denen sich der Angeklagte verging, so Müller-Odenwald.

Die Tatorte waren unterschiedlich: Sein Elternhaus war ebenso darunter wie eine Werkstatt, eine Reithalle, ebenso ein Fitnessstudio und sein Auto. In einem Fall soll er bereits im Jahr 2007 einen Urlaubsbegleiter in einem Wohnhaus in Schleswig-Holstein missbraucht haben.

In zahlreichen Fällen brachte der Angeklagte die Jungen dazu, sexuelle Handlungen an ihm vorzunehmen. Sehr oft nahm der 23-Jährige aber auch Handlungen an den Jungen vor. In mindestens drei Fällen wurden die nackten Jungen bei ihren Handlungen fotografiert.  2. lokalseite

Von Volker Nies

Kommentare